Widmen sich mit grosser Leidenschaft und Freude Dürrenmatts Bühnenklassiker «Die Physiker»: Produktionsleiterin Simone Ulrich (von links), Schauspieler Patrick Hediger und Regisseurin Valerie Cuenod von den Küssnachter Theaterleuten. Bild Roger Bürg
Widmen sich mit grosser Leidenschaft und Freude Dürrenmatts Bühnenklassiker «Die Physiker»: Produktionsleiterin Simone Ulrich (von links), Schauspieler Patrick Hediger und Regisseurin Valerie Cuenod von den Küssnachter Theaterleuten. Bild Roger Bürg

Bühne

Die Theaterleute spielen verrückt

Nach einjährigem Unterbruch sind die Küssnachter Theaterleute wieder da. Mit neuer Regisseurin, neuem Vorstand und einem Dürrenmatt-Klassiker.

In drei Wochen ist es so weit: Die Küssnachter Theaterleute – immerhin eine der ambitioniertesten Bühnen der Region – sind wieder zurück. Im Theater Fischbach spielen sie ab Mittwoch, 26. März, Friedrich Dürrenmatts Groteske «Die Physiker».

Eine Komödie als Komödie spielen

Mit Bühnenklassikern hat das Ensemble bereits Erfahrung. 2005 spielte man toll inszeniert und mit grossem Erfolg «Biedermann und die Brandstifter» von Max Frisch. Dass nun Dürrenmatts «Die Physiker» auf dem Programm steht, macht Sinn und ist der engagierten Truppe auch zuzutrauen. Sowohl «die Brandstifter» wie auch «Die Physiker» sind in einer Zeit entstanden, als die Welt sich nach dem zweiten Weltkrieg neu ordnete und das Schreckgespenst Kommunismus und der Kalte Krieg die Menschheit in eine kollektive Angst stürzten. Beide Stücke sind Drama wie Komödie und letztendlich eigentlich Groteske. Nun machen sich die Küssnachter Theaterleute neun Jahre nach «Biedermann und die Brandstifter» an «Die Physiker». Und mit der neuen Regisseurin Valerie Cuenod konnte eine engagierte Theaterfrau verpflichtet werden, die Dürrenmatts Werk in der heutigen Zeit als das umsetzt, was es auch ist. Eine Komödie. Dass den Zuschauern dabei zwischendurch das Lachen im Halse stecken bleibt, dafür will Valerie Cuenod besorgt sein. «Der Irrsinn und die Konsequenz daraus muss natürlich gezeigt werden.» Mit Sandro Tobler (Einstein) und Patrick Hediger (Möbius) stehen zwei Küssnachter Bühnen-Urgesteine auf der Bühne, und der dritte, Physiker Newton, wird von Lukas Meyer dargestellt. Die Anstaltsleiterin Dr. Mathilda von Zahnd wird von Gina Zbinden gespielt. Sechs weitere, mehrheitlich jüngere Darstellerinnen und Darsteller komplettieren das Ensemble.

Frischzellenkur hinter den Kulissen

Die kurze Pause hat den Theaterleuten gut getan. Die Proben laufen auf Hochtouren, und die Spielerinnen und Spieler, aber auch die Crew hinter der Bühne, sind mit viel Elan bei der Sache. Dies ist spürbar undkann in einem Videoclip aus den Proben auf der Theaterleute-Webseite begutachtet werden. Nachdem die Theaterleute vor zwei Jahren mit «Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung» mit einer absurden wie frechen Komödie am Publikum vorbeigeplant hatten, dürfte dieses nun wieder zurückerlangt werden. Die Theaterleute haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt und dem Verein gleich eine Frischzellenkur verpasst. Als Nachfolger von Patrick Hediger, der als Spieler, Präsident Produktionsleiter und Regisseur die Theaterleute in der letzten Dekade massgeblich prägte, führt nun Simone Ulrich den Verein und amtet auch als Produktionsleiterin. Ihr zur Seite steht ein ausschliesslich weiblicher Vorstand. Patrick Hediger kann sich wieder aufs Spielen konzentrieren, und alleine diese Tatsache und die Rolle des Physikers Johann Wilhelm Möbius dürften einen Besuch des Theaters wert sein. Ganz zu schweigen vom Rest des Ensembles und der Crew, die viel Kreativität, Spielfreude und Theaterleidenschaft vereinen. Die Küssnachter Theaterleute sind wieder da. Gott sei Dank.

Premiere

26. März, 20.00 Uhr, Theater Fischbach

Info und Tickets

www.theaterleute.ch

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

07.03.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/xm9H9W