Mutter Spielmann (Margrit Bornet) hielt einen herrlichen Vortrag über die Zukunft des Schweizer Tourismus. Bild: Ruth Auf der Maur
Mutter Spielmann (Margrit Bornet) hielt einen herrlichen Vortrag über die Zukunft des Schweizer Tourismus. Bild: Ruth Auf der Maur

Bühne

Ein Leitfaden für den Tourismus

Margrit Bornet und «Junge Junge» sind gern gesehene Künstler am Fischbach-Theater. Letzten Freitag boten die Komikerin und das Zauberduo eine Kombination ihrer aktuellen Erfolgsshows.


Margrit Bornet, die bekannte Zürcher Komikerin, und das süddeutsche Zauber-Brüderduo «Junge Junge» machten erstmals zusammen Programm. Nach einem heiteren Kennenlernen des Zauberduos trat bald die gepflegte Dame Sandra Spielmann (Margrit Bornet) im türkisfarbenen Deuxpieces in Erscheinung.


Sie, die Coiffeur-Geschäftsführerin aus Oerlikon um die Vierzig (die zufällig auch eine Filiale in Küssnacht am Rigi führt und daher Kunden aus dem Publikum erkennt), hat leider noch nicht den Richtigen gefunden. Mit einem Ratgeber über Speeddating bereitet sie sich nun systematisch auf ein solches Kennenlernen vor und findet, «unter uns» gesagt, auch die zwei Brüder vom auftretenden Zauberduo nicht von schlechten Eltern.


Wie kann denn dieser Trick nur funktionieren?


Ich denke, es ging auch in Küssnacht einigen so: Zaubershows wühlen mich immer etwas auf, denn ich grüble nachher darüber nach, wie die Tricks funktionieren könnten. Nichtsdestotrotz vermochten die beiden Brüder Gernot und Wolfram Bohnenberger das Publikum mit ihrer sympathischen, publikumsnahen Art und ihren verblüffenden Tricks immer wieder von Neuem zu faszinieren. Da wurde eine 20-Franken-Note plötzlich zum blauen Hunderter oder der weisse Faden in Sekundenschnelle zum sprichwörtlichen «roten». Sie gewannen die Aufmerksamkeit des Publikums nicht nur mit purer Zauberei, sondern auch mit humorvollen, schauspielerischen Einlagen. Ein Höhepunkt des Abends war sicher der Auftritt der beiden als Amerikaner aus historischen Zeiten. Dabei ging es dem Sitzenden auf dem Schuhputzerstuhl sprichwörtlich «an Kopf und Kragen», denn über seinen Kopf wurde eine Kiste gestülpt und durch diese fünf Messer gestossen. Beim Entfernen der Kiste kurz ohne Kopf, tauchte der Malträtierte am Ende natürlich wieder unversehrt auf.


Ein Plädoyer für die Unfreundlichkeit im Tourismus


Im zweiten Teil des Programms trat die resolute Mutter von Sandra Spielmann auf, die mit ihrer Grauhaarfrisur «hart wie Beton» auftrumpfte. Mit Leopardenbluse, Lederrock und getönter Sonnenbrille hielt sie einen Vortrag darüber, womit der Tourismusstandort Schweiz in Zukunft bestehen könne: nicht mit Käse, Schoggi oder Bergen nein, mit unserer charakteristischen Unfreundlichkeit.


Sie hielt einen Leitfaden für Angestellte der Tourismusbranche bereit. Wenn Touristen etwas fragen oder bestellen möchten, seien Ausdrücke wie «Hä?» oder «Was wotsch?» immer gute Helfer. Margrit Bornet zeigte auch bei diesem Auftritt ihre grosse Wandelbarkeit und ihr tolles Gespür für komische Figuren.


Bote der Urschweiz / Ruth Auf der Maur


Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

22.10.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/RM8q44