Grossartiger Musiker und Erzählkünstler: Ferruccio Cainero war am Samstag im Theater Duo Fischbach zu Gast.
Grossartiger Musiker und Erzählkünstler: Ferruccio Cainero war am Samstag im Theater Duo Fischbach zu Gast.

Bühne

Humor – Poetisches und etwas Tragik

Mit dem Programm «Caineriade » war der grossartige Erzähler, Kabarettist, Schauspieler und Musiker Ferruccio Cainero im Theater Duo Fischbach zu Gast. Seine Darbietungen kamen exzellent an.

Ferruccio Cainero ist mit seinem neuesten Programm «Caineriade » unterwegs und machte mit seinem poetisch-kabarettistischen Erzähltheater «Die schönsten humoristischen Geschichten und Lieder von und mit Ferruccio Cainero» halt in Küssnacht. Cainero ist kein Unbekannter. Er wurde mehrfach ausgezeichnet: 2002 gewann er den Schweizer Kleinkunstpreis «Goldener Thunfisch», 2003 den internationalen Kabarettpreis «Salzburger Stier», 2006 den internationalen Erzählkunstpreis «The Golden Ear of Graz» und 2008 den Kleinkunstpreis «Willhelmshavener Knurrhahn».

Drei Figuren integriert

In seinem aktuellen Programm «Caineriade » tauchen alle Figuren der letzen drei Programme von Ferruccio Cainero mit ihren humorvollen, poetischen und tragisch komischen Geschichten auf. Wunderbar satirisch vermochte Ferruccio Cainero das Publikum im Theater Duo Fischbach zu fesseln. «Ich bin ein Geschichtenerzähler», stellte sich der vielsprachige Ferruccio Cainero den vielen Anwesenden am Samstagabend vor. Die Geschichten handelten von Erinnerungen aus seiner Kindheit und seiner Jugend. Beispielsweise erzählte er, dass er als Sechzehnjähriger während den langen italienischen Sommerferien bei einer Baufirma unter einem Mann, den er Don Quichotte nannte, arbeitete. Eines Tages fuhr der Bauherr des Hauses, dessen Dach sie renovierten, im schwarzen edlen Mercedes an. Dummerweise hatte Ferruccio vergessen, dass hoch über dem Herrn ein voller Zementeimer hing. Als dieser runterfiel, war der Angereiste inklusive Auto total in Weiss gehüllt. Eine weitere Geschichte erinnerte daran, dass seine Mutter ihn als Kind auf ihrem Fahrrad vorne hinsetzte und zum Einkauf fuhr. «Im Winter war es kalt. Kinder, die vorne sassen froren, Kinder hinter ihrer Mutter nicht.» Im Laden wurden oft Probleme mit den Ehemännern angesprochen. «Die Väter waren immer am Arbeiten, viele als Emigranten», sagte der aus Nordostitaliens Udine im Friaul Stammende, jetzt in der Schweiz wohnhafte Erzählkünstler. Witzig war auch die Erinnerung an den Eisverkäufer mit dem Dreirad, Mindestpreis 15 Lire pro Kugel. «Als ich ein Eis für 5 Lire wollte, schrie er mich an.» Ferruccio log dem Eisverkäufer vor, dass er ein Waisenkind sei. Der Bub erhielt die Glacé, und alle andern Kinder wollten auch eine zum Sonderpreis. «Mit den gesparten 10 Lire kauften wir Kaugummi.» Gitarrenbegleitet, sang Ferruccio Cainero auch stimmige Lieder. Sein Fazit: «Wir erzählen Geschichten, um dem Leben Sinn zu geben.» Cainero verabschiedete sich dann vom begeisterten Publikum.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

26.01.2010

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