Anita Schorno erzählte mit Peter Freiburghaus (im Hintergrund) Sagen, Paul Frehner setzte sie musikalisch um. Bild Silvia Camenzind
Anita Schorno erzählte mit Peter Freiburghaus (im Hintergrund) Sagen, Paul Frehner setzte sie musikalisch um. Bild Silvia Camenzind

Bühne

Männer mit Bocksfüssen und eine beruhigendeWeisheit

Das Theater Duo Fischbach war ausverkauft, als die Autorin Anita Schorno, der Schauspieler Peter Freiburghaus und der Musiker Paul Frehner sich in einer szenischen Lesung gemeinsam der Sagen annahmen.

Peter Freiburghaus hätte die Sagen auf der Bühne spielen können, wollte das aber nicht. Warum, zeigte sich in der ersten Sage, die Anita Schorno dem Publikum am Sonntagabend im Theater Duo Fischbach in Küssnacht erzählte. Es ging um ein Toggeli, das in ein «Gütterli biselte». Das Publikum lachte mit Freiburghaus und verstand, dass er angesichts solcher Szenen lieber zusammen mit Anita Schorno im Schummerlicht sass und Sagen las. Es war also ein ruhiger Abend mit einem Publikum, das dem Alter des Dreierteams auf der Bühne entsprach.

Der Teufel ist der mit den Bocksfüssen

Die Sagen drehten sich um Hexen, Züsler, arme Seelen und um Teufel. Teufel, die sich als Frauen verkleideten oder in junge Männer verwandelten. Wie aber erkennt man einen Teufel? Man soll ihm auf die Füsse schauen, hat er nämlich Bocksfüsse, dann ist es der Teufel, dieser üble Geselle. In einer Geschichte lässt er, bevor er eine Wohnung verlässt, «einen furchtbaren Gestank fahren, sodass man längste Zeit nicht mehr im Haus wohnen konnte». Was ist wahr an all diesen Sagen? Anita Schorno bezieht sich auf den Volkskundler Josef Zihlmann, der sagte: «Eine Sage ist immer wahr, aber nicht so, wie moderne Menschen es sich vorstellen.» So sind die einen mehr und die anderen weniger empfänglich für die magischen Geschichten, die mit jener vom Autostopper, der plötzlich nicht mehr im Auto sitzt, bis in die heutige Zeit reichen. Zu all diesen Erzählungen trug Paul Frehner inmitten seiner Blasinstrumente mit Hexenfanfaren und -tänzen zur mystischen, sphärischen Stimmung bei, und es wurde viel applaudiert. «Hand aufs Herz, würden sie ohne Handy allein in einer Alphütte übernachten?», fragte Freiburghaus am Schluss ins Publikum. Nach diesem Abend kaum, sicher nicht mit einem Sagenbuch oder Krimi als Lektüre, auch wenn eine alte Weisheit beruhigt: «Wer Angst hat, sieht nichts.»

Bote der Urschweiz (Silvia Camenzind)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

18.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/NFT5rV