Teilen neben der kommunikativen Ader auch ihre Begeisterung fürs Theater: Mirko und Chantal Gattone, die erstmals gemeinsam auftreten.
Teilen neben der kommunikativen Ader auch ihre Begeisterung fürs Theater: Mirko und Chantal Gattone, die erstmals gemeinsam auftreten.

Bühne

Premiere für Bruder und Schwester

Er mimt einen Herzinfarktkandidaten, sie einen Prellbock. Chantal und Mirko Gattone von den Küssnachter Theaterleuten teilen neben ihrer grossen Klappe erstmals auch die Bühne – was die Geschwister näher zusammenbrachte.

Ein gutes Verhältnis hatten Chantal und Mirko Gattone schon immer. «Wenn wir uns sehen, hocken wir stundenlang zusammen. Für kürzere Treffen ist der Gesprächsstoff einfach zu gross», lacht die 46-Jährige, die wie ihr Bruder «extrem kommunikativ» ist. Gesehen aber haben sich die Geschwister in den letzten Jahren eher selten – was sich im April dieses Jahres schlagartig änderte. Über 100 Stunden probten sie gemeinsam für das Stück Das politisch korrekte Schneewittchen, das am 14. November Premiere feiert. Er spielt darin einen cholerischen Theaterbesitzer, der um seine Existenz bangt. Sie die Regie-Assistentin, die zwischen allen Fronten vermittelt – und regelmässig dazwischen gerät.

Unterschiede dominieren

Ohne seine Schwester, die 2014 erstmals bei Die Physiker mitspielte, hätte der 43-Jährige kaum zurück ins Theater gefunden. Über 20 Jahre ist es her, seit er im Schülertheater des Gymnasiums Immensee mitwirkte – sowohl als Schauspieler wie Regisseur. «Als Chantal meinte, die Theaterleute suchten für die diesjährige Produktion noch einen Mann, fand ich: Warum nicht?» Auf eine Annonce in der Zeitung, fügt Mirko an, hätte er wohl nicht reagiert. Anders als Chantal, die sich im Jahr zuvor auf ein ausgeschriebenes Casting meldete und damit einen «lang gehegten Wunsch verwirklichte». Überhaupt unterscheiden sich die beiden sehr, «abgesehen von unserer grossen Klappe», wie sie unisono sagen. Er sei grenzwertig, sie übervorsichtig. Er schaue erst für sich, sie auf alle anderen. Dass Chantal «sein Selbstbewusstsein» bewundert und Mirko «ihre Ausgeglichenheit», erstaunt daher wenig.

Talent bewahrt vor Streit

Bei allen Unterschieden teilen sie neben der Begeisterung auch das Talent fürs Theaterspielen. Beide fanden mühelos in ihre Rolle und geniessen es, auf der Bühne «fieser» (Chantal) bzw. «aufbrausender» (Mirko) zu sein als im echten Leben. «Schön» finden auch beide, «mehr Zeit miteinander zu verbringen und zusammenzuspielen» – was als Geschwister weder schwerer noch leichter sei. «Allerdings», räumt Chantal ein, «wenn er nicht so gut spielen würde, hätte ich meinem kleinen Bruder schon gesagt, er solle sich mehr anstrengen.» – «In diesem Fall», antwortet Mirko lachend, «wäre der Streit nicht weit gewesen.» So aber geraten sich die Geschwister nur auf der Bühne in die Haare. Und können dabei ganz schön laut werden – so wie die Gattones eben sind.

Die Theaterleute zeigen das Stück insgesamt sieben Mal an den Wochenenden vom 14. bis 28. November.

Infos und Reservation unter www.kuessnachter-theaterleute.ch

pd

Autor

SchwyzKulturPlus

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

07.11.2015

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schwyzkultur.ch/fbDGiy