Bühne

«Rohdiamanten muss man schleifen»

Der Küssnachter Verein Offni Bühni wird dieser Tage ein Jahr alt. Gründungsmitglied Simone Ulrich blickt auf den gelungenen Start zurück und erklärt das Erfolgsgeheimnis der Talentschmiede.

Simone Ulrich, nach dem ersten Vereinsjahr zählen Sie bereits 32 Mitglieder. Überrascht?

Ziemlich, ja. Wir rechneten schon damit, unsere Eltern und gute Freunde dazu überreden zu können, uns finanziell zu unterstützen. Dazu sind aber noch einige Leute gekommen, die ganz freiwillig und ohne sozialen Druck Mitglied geworden sind (lacht). Diese breite Unterstützung freut uns natürlich sehr.

Weshalb kommt das Konzept der Offni Bühni so gut an?

Weil es in unmittelbarer Nähe nichts Vergleichbares gibt. An der Offni Bühni trifft man auf Altbekannte und bekommt gleichzeitig etwas Neues zu sehen. Die Atmosphäre ist sehr locker und spannend zugleich. Unerfahrene Künstler können sich vor Publikum erproben. Und da der Eintritt frei ist, lassen sich die Leute auch gerne darauf ein, sich von den Künstlern überraschen zu lassen. Ob sie ihnen dann gefallen oder nicht …

Treten denn viele «schlechte» Künstler auf?

Das ist ja das Schöne an der Kunst: «Gut» und «schlecht» liegen immer im Auge des Betrachters. Deshalb legen wir Wert auf ein abwechslungsreiches Programm. Qualität ist nebensächlich. Jeder, der will, darf auf die Bühne. Dieses Jahr traten über 40 verschiedene Künstler auf. Und viele davon überraschten uns mit grandiosem Talent.

Heisst das: Küssnacht ist talentiert?

Und ob! Nur müssen einige Rohdiamanten erst noch geschliffen werden. Aber dafür gibts ja die Offni Bühni (lacht).

Wird es die Offni Bühni denn auch in Zukunft geben? Derartige Engagements von jungen Leuten werden ja auch gerne als Eintagsfliegen abgetan …

Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Punkt, das ist richtig. Wir hatten schon unsere Bedenken, ob wir unser Erbe irgendwann auch an jemanden abtreten können, wenn wir selber in einigen Jahren keine Zeit oder Lust mehr dazu haben. Glücklicherweise haben wir für das nächste Vereinsjahr zwei neue Vorstandsmitglieder gefunden. Leo Butie aus Weggis spielt selber regelmässig an der Offni Bühni und der Küssnachter Luc Jornot gehört schon längst zu unserem Stammpublikum. Wir freuen uns sehr über den Zuwachs und sind optimistisch, dass jedes Jahr wieder jemand Jüngeres dazu kommt, der die Tradition der Offni Bühni aufrechterhält.

Personell sind Sie also für die Zukunft gewappnet. Und wie sieht es finanziell aus?

Als Betriebsgruppe dürfen wir das Jugendhaus Oase zu den abgesprochenen Zeiten gratis nutzen. Zudem wurde auf unsere Initiative hin eine PA-Anlage angemietet, die nun fest im Jugendhaus installiert ist und auch anderen Mietern dient, die ein Konzert oder Ähnliches veranstalten wollen. Da kommt uns die Treffleitung enorm entgegen. Neben den eher bescheidenen Mitgliederbeiträgen unterstützt uns auch die Kulturkommission Küssnacht, wofür wir sehr dankbar sind. So können wir dieses Jahr einige hundert Franken auf die Seite legen für technische Neuanschaffungen oder Ersatzteile, die sehr schnell sehr teuer werden können. Wir starten also gut gerüstet ins zweite Vereinsjahr.

Morgen Samstag, 19. Dezember, um 16.00 Uhr findet die Generalversammlung des Vereins «Offni Bühni» im Jugendhaus Oase in Küssnacht statt. Interessierte sind herzlich willkommen, sich über die Arbeit des Vereins zu informieren. Die nächste «Offni Bühni» startet am 4. Januar ins neue Jahr.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

18.12.2009

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