Lina Button ist ein Original, keine Kopie. Darauf spielt sie in ihrem Song «Copy & Paste» an.
Lina Button ist ein Original, keine Kopie. Darauf spielt sie in ihrem Song «Copy & Paste» an.
Zerzaustes Haar als Resultat nach ihrem Text über die Liebe zu Bäumen. Bilder Nadja Tratschin
Zerzaustes Haar als Resultat nach ihrem Text über die Liebe zu Bäumen. Bilder Nadja Tratschin

Bühne

Soulpopige Melodien und zynische Slam-Poetry

Mit zynisch bis sarkastischer Slam-Poetry von Lara Stoll und emotionalem Songwriting von Lina Button lockten die beiden jungen Künstlerinnen ein durchschnittlich eher älteres Publikum ins ausverkaufte Theater Duo Fischbach.

«Die Künstlerin Lara Stoll berührt mich. Und das passiert mir heute in Theatersälen, auf Freiluftbühnen und im Kino nur noch sehr, sehr selten.» Dieses Zitat stammt von Peter Freiburghaus vom Duo Fischbach. Es prägt die Rückseite von Lara Stolls Debut-CD «Die unglaubliche Reise der total verrückten Lara». Im Theater Duo Fischbach eröffnete sie den Freitagabend mit dem Text «Krisenstimmung». Zugleich Teil des Titels ihres aktuellen Programms «Lara Stoll im Krisengebiet».

Ereiferungvon Stoll

Im Text ereiferte sie sich über ihre Quarterlife Crisis, die sie im jungen Alter von 26 Jahren durchlebte. Nachtrauern der emotional aufwühlenden Zeit der Pubertät gehören genauso dazu wie die Feststellung, weder eine abgeschlossene Ausbildung noch Kinder, ja nicht mal daran gedacht zu haben, vorzuweisen. Nachspüren von vermeintlich weiter nach hinten gerückten Geheimratsecken und Fühlen einer ersten Falte, die sich dann als Einbuchtung zwischen zwei Pickeln herausstellt. Lara Stoll tritt etwas weniger oft auf, seit sie 2011 ihr Film-Studium an der Zürcher Hochschule für Künste aufgenommen hat. Ihr Platz ist auf der Bühne. Sie berührte an diesem Thurgauerinnen Abend in Küssnacht nicht nur mit ihren schlagkräftigen Worten, sondern auch mit ihrer ausdrucksstarken Mimik und Gestik. Eine junge Künstlerin, die hoffentlich noch lange laut denkt und uns Texte über Bäume, Mütter, Würste und Pferde schenkt.

Fragil anmutende Songs

Nachdem Lara Stoll das Publikum mit ihren geistreichen Texten amüsiert und Unterhaltung auf hohem Niveau geboten hatte, holte die zweiteThurgauer Lady, Lina Button, das Publikum für eine Reise ins Schwelgen mit bewegenden Songs und eingängigen Melodien ab. Obwohl sie mitten in einer Kreativphase für ihr drittes Album steckt, kann auch sie es nicht lassen und tritt zwischendurch für ein Konzert auf. Begleitet und unterstützt hat sie an diesem von Gegensätzen geprägten Abend der aus dem anderen Küsnacht kommende Aaron Wegmann von der Band Most of the Time. Gegenseitig ergänzten sie sich in den Songs «Little Thin God», «Chasing» oder «Copy and Paste» mit Gesang, Piano und Gitarre. Lina Buttons Outfit wirkte eher etwas zugeknöpft, dafür entfaltete sie sich mit ihrer Stimme um so mehr von Song zu Song und begeisterte die Gäste.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

24.11.2014

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schwyzkultur.ch/Wt4PPT