Die neue Präsidentin der Theaterleute Küssnacht, Simone Ulrich, arbeitet im Theater Duo Fischbach
Die neue Präsidentin der Theaterleute Küssnacht, Simone Ulrich, arbeitet im Theater Duo Fischbach

Bühne

Theaterleute: Neue Generation übernimmt

Die Küssnachter Theaterleute erleben eine Auffrischung. Nach langjähriger Arbeit im Vorstand übergibt die alte Garde nun den Jungen das Zepter.

«Es kribbelt jetzt schon, wenn ich daran denke, das Stück auswählen zu müssen. Ich traue mir nicht zu, kompe tent beurteilen zu können, was geeignet ist und was nicht», sagt die neue Präsidentin der Küssnachter Theaterleute, Simone Ulrich. Sie hat erst kürzlich das Amt vom langjährigen Präsidenten und Vorstandsmitglied Patrick Hediger übernommen. «Ich bin deshalb sehr be- ruhigt, dass Patrick als Regisseur der nächsten Produktion im April 2012 feststeht», gesteht die 25-Jährige.

Auflösung thematisiert

Die gebürtige Küssnachterin hat gemeinsam mit Julia Dossenbach (ersetzt Irene Bucher) kürzlich die Vorstandstätigkeit von zwei langjährigen Mitgliedern übernommen. Und bereits vor einem Jahr ist Heleen van Dorst neu ins Team gestossen. Jetzt fehlt nur noch ein Beisitzer, da auch Sandro Tobler seinen Rücktritt bekannt gegeben hat. «Es ist schon speziell, dass gleich drei von vier Vorstandsmitgliedern zurücktreten.» Die Suche nach möglichen Nachfolgern sei auch nicht ganz einfach gewesen. «Die bisherigen Vorstandsmitglieder haben bereits Überlegungen angestellt, was wäre, wenn man tatsächlich keine Nachfolger finden würde.» Eine Auflösung des Vereins musste daher ebenso in Betracht gezogen werden. Umso grösser war die Erleichterung, nun doch zwei frische Kräfte gefunden zu haben. «Wenn man auf die Vereinsgeschichte zurückblickt, fand bisher alle zehn Jahre ein riesiger Generationenwechsel statt. An diesem Punkt stehen wir nun wieder», erklärt Simone Ulrich. «Künftig geht es darum, frischen Wind in den Verein zu bringen und gleichzeitig auf das Know-how der alten Garde zurückzugreifen», erklärt die Küssnachterin – die soeben ihren Master in Vergleichenden Medienwissenschaften
abgeschlossen hat – weiter. «Das Gute ist, dass die Tradition besagt, immer etwas anderes zu machen. Wir können die Tradition also gar nicht brechen«, so die Mitbegründerin der «Offni Bühni» in Küssnacht. Es sei ihr ein Anliegen, dass sich die Theaterleute weiterhin mit anspruchsvollen und innovativen Produktionen von anderen Dorftheatern abheben.

Ein weiterer Schritt

Die junge Küssnachterin, die beim «Freien Schweizer» arbeitet und die neu gegründete Agentur des Duos Fischbach leitet, lässt sich davon überraschen, was als Präsidentin des Laientheaters auf sie zukommt. Einblick erhielt sie zum Teil aber bereits im letzten Jahr, als sie die Medienarbeit übernahm und bei der Regieassistenz mitgeholfen hatte. Sie ist sich sicher, dass sie ein vielfältiges, breites und spannendes Arbeitsspektrum erwartet. Trotzdem erachtet sie die Übernahme des Präsidentenamtes nicht als allzu grosse Bürde, vielmehr sei es ein weiterer Schritt in Richtung des ihr abzeichnenden Lebenswegs. Vor drei Jahren hatte sie im Theater Duo Fischbach mit Putzarbeiten begonnen, heute führt sie die neue Agentur des Theaters. Dies habe sich so ergeben und war nicht geplant. «Hätte man mich vor 5 Jahrengefragt, ob ich einst in der Theaterszene verwurzelt sein werde, hätte ich das verneint», so Ulrich. Mittlerweile liege ihr das kulturelle Leben immer mehr am Herzen.
Die grösste Herausforderung in ihrer neuen Tätigkeit sieht sie grundsätzlich bei der Stückauswahl. Deshalb beginnen sie und die anderen Vorstandsmitglieder bereits jetzt, sich in einzelne Theaterstücke einzulesen. «Es ist zwar nicht zu unterschätzen, aber zum Glück haben wir nun genügend Zeit, um entsprechende Vorarbeit zu leisten», so Ulrich.

Keine Bühnenerfahrung

Ob sie selbst für die nächsten zehn Jahre bei den Theaterleuten bleiben wird, weiss sie noch nicht. «Ich bin erst 25 Jahre alt, ich weiss nicht, wo ich in 5 Jahren stehen werde. Ich kann mir aber gut vorstellen, dies einige Jahre zu machen. Aber 10 Jahre sind für mich dann schon eine lange Zeit.» Was sie sich hingegen gut vorstellen kann, ist, selbst einmal auf der Bühne zu stehen. Sie lässt es aber noch offen, bei der nächsten Produktion eine kleine Rolle zu übernehmen.



«Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung»

Die nächste Produktion der Küssnachter Theate

Autor

SchwyzKulturPlus

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

13.10.2011

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schwyzkultur.ch/pTQc8E