Hat die beste Ökobilanz: Harald Pinski (Thomas Martins) weiss die Energiekrise zu meistern. Chaos-Bruder Volker (rechts) ist begeistert. Bild Roger Bürgler
Hat die beste Ökobilanz: Harald Pinski (Thomas Martins) weiss die Energiekrise zu meistern. Chaos-Bruder Volker (rechts) ist begeistert. Bild Roger Bürgler

Bühne

Und Herr Harald Pinski rettete die Welt

In der intimen Atmosphäre des Theaters Duo Fischbach gab es am Sonntag «Oropax» mit ihrem Erfolgsprogramm «Im Rahmen des Unmöglichen» hautnah zu erleben. Ein grandioses Gaudi.

«Und nun, viel Spass mit den Wahnsinnigen», sagte Peter Freiburghaus vor dem sonntäglichen Auftritt von «Oropax» im Theater Duo Fischbach in Küssnacht. Damit brachte es der Gastgeber auf den Punkt. Das schräge Brüder-Duo betitelt seine Kunst zwar als Chaostheater, aber eigentlich liegt ihnen der Wahnsinn näher.

Nettoapplauszeit gemessen

Seit bald 30 Jahren stehen die Brüder Volker und Thomas Martins aus dem süddeutschen Freiburg gemeinsam auf der Bühne, und seit 1989 touren sie als «Oropax» durch die deutschsprachigen Theater. Vor knapp einem Jahrzehnt gelang ihnen der Durchbruch in der Schweiz, und hier geniessen sie längst Kultstatus. Daher war es ein besonderesVergnügen, die beiden Chaosbrüder am Sonntag im ausverkauften Theater Duo Fischbach im intimen Rahmen zu erleben. Und man sah den beiden die Freude über das schmucke Kleintheater regelrecht an. Es gab noch mehr Interaktionen und Improvisationen als sonst, und das Publikum kam in den Genuss einer rasanten Show. Als roter Faden fungierte ein Wettbewerb zwischen den ungleichen Brüdern. Mittels LED-Leuchttafel wurde die Nettoapplauszeit gemessen. Und es war klar, dassThomas mit seinen skurrilen Figuren wie dem Mönch oder Harald Pinski seinen Bruder haushoch schlagen wird. Dieser spekulierte aber den ganzen Abend auf seinen finalen Rosenwitz und machte im Rahmen des Unmöglichen damit auch entscheidende Punkte. Auch wenn Thomas zu Showbeginn die Rose köpfte und zum Ende die Pointe versaute.Volker gewann trotzdem, und die meisten Gratulationen erhielt er gleich von sich selbst.

Gage immer durch drei geteilt

Der Abend in Küssnacht war ein grandioses «Oropax»-Feuerwerk. Die Mischung aus komplettem Nonsens, dadaistischen Wortspielereien und chaotischen Performances ist so einmalig und temporeich, dass man kaum folgen kann. Vor allem auch, wenn die Lacher oft in den nächsten Kalauer gehen. Im wahrsten Sinne Strapazen für die Lachmuskeln. Ganz grossartig war Thomas Martins Auftritt als Harald Pinski, der gleich die Energiezukunft definierte und nebenbei noch die CO2-Problematik bodigte. Letzteres mache er mit zweimal ein- auf einmal ausschnaufen. Als er aber ein solarbetriebenes Nachtsichtgerät und einen windbetriebenen Ventilator präsentierte, kamen Zweifel auf. Schliesslich atmete er einmal ein und zweimal aus, und somit war die ganze Klimabilanz ruiniert. Schliesslich outete sich Thomas gar als der Mönch, und Volker war komplett baff. Jetzt habe man über Jahre die Gage immer durch drei geteilt! Alles halb so schlimm. «Oropax» steuerten gleich auf ein neues Experiment zu. Ganz nach ihrem Motto: «Mangelndes Wissen gepaart mit erhöhter Risikobereitschaft. Das ist unser Warenbeschrieb.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

20.09.2011

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schwyzkultur.ch/8RVsYf