Das rote Sofa war einmal TV-Sessel, Gesprächsplattform oder Bett. Bild: Monika Neidhart
Das rote Sofa war einmal TV-Sessel, Gesprächsplattform oder Bett. Bild: Monika Neidhart

Bühne

Was Frau so alles denkt und fühlt

Anikó Donáth trat mit dem Theaterstück «Cavewoman» im Theater Duo Fischbach auf. Klischeehaft wurde am Samstagabend das Mann- und Frausein thematisiert.

Am Anfang – vor Silikon, Botox und Enthaarungscreme – war Eva. Da sie sich einsam fühlte, bat sie Gott um ihr Ebenbild. Und Gott, die Frauenstimme, erhörte sie. So kam es, wie es kommen musste. In «Cavewoman», dem Ein-Frau-Theaterstück, steht Ruth Hugentobler kurz vor ihrer Hochzeit. Als kleines Mädchen träumte sie im Spiel mit Barbie und Ken von diesem grossen Tag. Nun aber kommen ihr plötzlich Zweifel mit ihrem SecondhandHochzeitskleid, das ihr der Verlobte Chris schenkt. Sie nervt sich an der ganzen Männerwelt und ihren stinkenden Hemden, am Biertrinken und an der Fixiertheit auf Fussball und Sex. Doch auch an Schwiegermüttern und allen Frauen lässt sie sich aus: «Je höher die Schuhabsätze, desto kürzer die Hauptsätze.»

«Alleine auf der Bühne zu stehen, ist wie Schlittschuh laufen»

«Cavewoman», das 2005 in Deutschland erstmals gespielt wurde, wird seit 2011 von Anikó Donáth in einer schweizerdeutschen Fassung aufgeführt: «Alleine auf der Bühne zu stehen, ist ein bisschen wie Schlittschuh laufen für mich: den Raum ausfüllen, verbale Sprünge und Pirouetten machen und genügend Tempo haben.» Das hatte sie an diesem Abend. Die freischaffende Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin sprach fast zwei Mal fünfundvierzig Minuten ohne Punkt und Komma, wechselte dazu spielend zwischen ihren Rollen als wütendkreischende Frau und in den Fussballmatch versunkenen Liebhaber hin und her. Dann wieder gab sie sich verführerisch, mit eindeutigen Posen, schlich morgens um fünf Uhr ins Bad, um sich für ihn schön zu machen, denn «Männer sind am Morgen okay, wir Frauen aber zerfallen in der Nacht».

«Gemäss Scheidungsrate habe ich 50 Prozent Chance auf Glück»

Schmatzend stopfte sie sich als Mann Pommes Chips in den Mund, und zwar so, dass diese auf der ganzen Bühne herumflogen. Und sie beantwortete die Frage, die Männer sich so nicht getrauen würden zu stellen: «Männer können den Furz nicht zurückhalten, wir Frauen schon. Im Gegensatz zu Geheimnissen. Diese sagt man uns lieber in den Hintern», riet sie folgerichtig. Schliesslich ergab sie sich ihrem Schicksal, sagte Ja zur männlichen Unfähigkeit zu kommunizieren, behauptete, dass er auch das nicht findet, was vor seinen Augen liegt, und meinte, dass er beim Autofahren auf dem falschen Weg recht haben will, denn «what ever will be, will be». Die Reaktionen auf das Stück im ausverkauften Theater Duo Fischbach vielen gemischt aus. Während eine Frau, die selber Theater spielt, die Überzeichnung lobte, war es für andere derb und hart.

Bote der Urschweiz (Monika Neidhart)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

04.04.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/yMEy2q