Messer und Gabel gab einen Einblick in sein «Albtraum»-Alpleben. Bild Christian Ballat
Messer und Gabel gab einen Einblick in sein «Albtraum»-Alpleben. Bild Christian Ballat

Bühne

Wellness – Ackerbau in der Hautfurche

In der Ostschweiz füllt das Appenzeller Cabaretduo Messer und Gabel grosse Säle, hierzulande ist es nur wenigen bekannt. Das wirkte sich auf den Publikumsaufmarsch aus, nicht aber auf die gute Stimmung.

Nach intensiver Aufwärmgymnastik und dem Bestimmen eines «Teleboys», der künftig das dauernd schellendeTelefon auf der Bühne zu betreuen hatte, lernte das Publikum von den Gästen auch einige Brocken des appenzellischen Bauernalphabets. Als Ackerbau in der Hautfurche umschreiben die beiden Kabarettisten, Theaterspieler und Zauberlehrlinge etwa den neudeutschen Begriff Wellness treffend. Eine katholische Schiffsreise wird ausserhalb des Ostschweizer Kuhfladens gerne auch Kreuzfahrt genannt, und die Speise Couscous ist vielen wohl auch verdaulicher als ein Schmusebuffet.

Wortwitz und Mimik

Das Duo Messer und Gabel spielte sich auf der zur «Albtraum»-Alp verwandelten Bühne im Theater Fischbach mit viel Witz, subtilen Wortspielereien und begeisternder Mimik schnell in die Herzen der Gäste. Die Parodie «deutscher Tourist auf der Alp» bleibt genauso in Erinnerung wie die Erklärungen des Golfspiels. Diese bezogen sich zwar auf ein Schäferstündchen, passten aber wortwörtlich auf den Sport mit Schlägern und Bällen. «FürAnfänger ist es besonders wichtig, zuerst Hügel und Bunker zu erkunden, bevor sie ans Einlochen denken.» Die Appenzeller zeigten auch, wie weit die Technologie auf ihrer Alp schon Einzug gehalten hat. Da wurde zu Musik von Michael Jackson rockig getanzt und zu neumodischeren Klängen Breakdance auf die Bretter gezaubert. Die Sprechmuschel des uralten, schwarzen Telefons hatte einen Bildschirm wie ein modernes Smartphone. Dass Ausflüge mit dem «Rapid» zu einem besonderen Fahrerlebnis wurden, dafür sorgte ein speziellesTuning und dieTieferlegung des Gefährts.

Grosse Säle füllen

Natürlich liessen die Gäste das Duo nicht ohne Zugabe die Heimreise antreten. Und wenn beim nächsten Besuch der Appenzeller in der Innerschweiz jeder Besucher der begeisternden Vorstellung in Küssnacht noch zwei Kollegen mitnimmt, so wird «Messer und Gabel» schon bald nicht nur in der Ostschweiz grosse Säle füllen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

16.11.2012

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schwyzkultur.ch/uYsYec