Patrick Hediger (hier als Hamlet) kann auf eine spannende Amtszeit auf und  neben der Theaterbühne zurückblicken
Patrick Hediger (hier als Hamlet) kann auf eine spannende Amtszeit auf und neben der Theaterbühne zurückblicken
Patrick Hediger, Irene Bucher und Sandro Tobler (hinten v.l.) traten am  Donnerstag zurück. Neu im Vorstand der Theaterleute (vorne v.l.): Julia  Dossenbach (Kassierin) und Simone Ulrich (Präsidentin) mit Heleen Van Dorst (Aktuarin, bisher).
Patrick Hediger, Irene Bucher und Sandro Tobler (hinten v.l.) traten am Donnerstag zurück. Neu im Vorstand der Theaterleute (vorne v.l.): Julia Dossenbach (Kassierin) und Simone Ulrich (Präsidentin) mit Heleen Van Dorst (Aktuarin, bisher).

Bühne

«Wir experimentierten und wagten Neues»

Mit Patrick Hedigers Rücktritt geht eine Ära zu Ende. In welcher neuen Rolle der ehemalige Präsident den Küssnachter Theaterleuten erhalten bleibt, erzählt der 42-Jährige im Interview mit dem FS.

Mit Patrick Hediger sprach Simone Ulrich

Am Donnerstag traten Sie nach zwölf Jahren im Vorstand der Küssnachter Theaterleute – neun davon als Präsident – von der Bühne ab. Mit welchem Gefühl?

Das lachende Auge überwiegt. Es war schon Jahr für Jahr ein sehr grosser Aufwand, den ich als Präsident betrieb und darum bin ich froh, nun etwas kürzer zu treten. Im weiteren bleibe ich dem Verein ja verbunden und dass die Nachfolge ideal geregelt werden konnte, stimmt mich auch freudig.

An der GV traten drei von vier Vorstandsmitgliedern zurück. Wie gestaltete sich die Suche nach Nachfolgern?

Wir betrieben die Suche über längere Zeit, trafen uns an ausserordentlichen Sitzungen und Versammlungen um Leute für den Vorstand zu finden. Intern war die Suche erfolglos, da-rum streckten wir unsere Fühler weiter aus.
Glücklicherweise stellte sich Simone Ulrich zur Verfügung, sie hatte in der letzten Produktion EngelBerg einen Grossteil der Produktionsarbeit übernommen. Sie scheint mir die ideale neue Präsidentin, sie ist jung, schon lange kulturell tätig und sie wuchs in Küssnacht auf. Dank ihr fand sich auch Julia Dossenbach, unsere neue Aktuarin. Auch sie ist eine junge Küssnachterin, die mit dem Kindertheater schon viele Erfahrungen gesammelt hat. An der GV wurden die beiden dann einstimmig gewählt, wir sind glücklich, dass eine neue junge Generation das Steuer übernimmt.

Was war für Sie der Höhepunkt Ihrer Amtszeit?

Mit dem gfrornigen Herz 2001 begann ein eigentlicher Aufschwung. In den folgenden Jahren zeigten wir Jahr für Jahr überraschende Stücke, wir experimentierten, wagten Neues. Ich denke da an unsere Eigenversion vom Film The Full Monty, an Prinzessin Nicoletta, ein Stück aus der modernen Theaterliteratur oder an das erste Goethe-Esstheater im Gasthaus Engel. Unser Ziel war es immer, Stücke zu spielen, die nicht landauf und landab gezeigt werden. Als eigentlichen Höhepunkt meiner Amtszeit sehe ich das Jahr 2007.

Was war am Jahr 2007 so besonders?

Es gelang uns, nach Jahren wieder einmal ein Freilichtspiel zu inszenieren. In der Hohlen Gasse spielten wir Die venezianischen Zwillinge von Carlo Goldoni. Das bedeutete einen noch grösseren Produktionsaufwand und mit der Doppelrolle der Zwillinge hatte ich schauspielerisch eine Art von Traumrolle. Dass wir dann im selben Jahr den ersten Küssnachter Kulturpreis gewannen, darf man sicher als Krönung bezeichnen.

Mit Ihrem Rücktritt fällt nicht der letzte Vorhang. Sie bleiben denTheaterleuten als Regisseur der nächsten Produktion erhalten. Was bewog Sie dazu?

Ich gab Peter Freiburghaus ein Stück, das ich bearbeitet habe, zum Lesen. Mit der Absicht, dass er da-rauf anspringt. Er meinte dann aber, ich solle doch das Stück selber inszenieren. Nach anfänglichen Zweifeln, fand ich die Bereitschaft dazu. Auch der neue Vorstand schenkt mir das Vertrauen und ich bin hoch motiviert meine erste grössere Regie zu führen. Ich freue mich auf das Stück Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung von Christian Dietrich Grabbe, das am 14. April 2012 Premiere haben wird.

Was wünschen Sie sich als scheidender Präsident vom neuen Vorstand?

Ich wünsche mir von diesen drei Frauen vor allem Begeisterung und Leidenschaft fürs Theater. Dass sie weiterhin neue Wege suchen, gut für Überraschungen sind und die junge Generation auf, vor und hinter der Bühne einbinden können.

Quelle: Freier Schweizer

Simone Ulrich

Autor

SchwyzKulturPlus

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

26.09.2011

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