Peter Spielbauer war mit Wörtern überschwänglich verschwenderisch. Umso spärlicher war er mit den Requisiten. Bild: Monika Neidhart
Peter Spielbauer war mit Wörtern überschwänglich verschwenderisch. Umso spärlicher war er mit den Requisiten. Bild: Monika Neidhart

Bühne

Wortreiche Bürstenweisheiten

Peter Spielbauer präsentierte seine Erkenntnisse übers Leben in «Alles Bürste». Das Publikum im Theater Duo Fischbach staunte am Freitagabend über seine Sprachkünste und Wendungen.

«Wenn man etwas sucht, ist es egal, wo man sucht. Gefunden wird es sowieso woanders.» Der Wortakrobat Peter Spielbauer ist auf der Suche nach Erklärungen für das Leben auf diesem Planeten. Das zweistündige Stück «Alles Bürste » ist sein Erklärungsversuch. Dabei wurde er zuweilen sehr philosophisch, zitierte Habermas und Foucault. Auch politisch «Die Weltbank ist eine Bürste. Sie bekehrt die Länder». Dann ergoss sich sein Wortschwall in dadaistischen Gedichten oder er präsentierte simple, treffende Weisheiten. «Genial», meinte eine Besucherin. Ihr Gegenüber stimmte bei. «Allerdings brauchte ich etwas Zeit, mich auf die Art Humor und Wortdichte einzulassen.» Wurde es in Momenten zu dicht, blieb den Zuschauern der optische Genuss. Der gut sechzigjährige Bayer bezeichnet seine Kunst am liebsten mit «Objekt-Theater». Auf der leeren, schwarzen Bühne spielte er in gelber Schlabberhose, roten Schuhen und Jacke mit der Körpersprache. Mit seiner Bürstenfrisur kamen auch seine Mimik und die ausdrucksstarken Augen zur Geltung. Seine grosse gelbe Röhre war einmal Stiel («ohne Bürste, denn erst die Bürste wär das Besentliche»), dann Fahnenstange, Christbaum, Tintenfisch. Und in all seinen Wortspielen und theatralischen Einlagen nahm er immer wieder auch Bezug auf Reaktionen aus dem Publikum. Zum Schluss verabschiedete er sich mit «Frohe Ostern. Ostern ist ja Weihnachten». Welche Wendung nimmt er jetzt? Stille im Saal, bis Spielbauer das Wortspiel auflöste: «O Stern.»


Bote der Urschweiz / Monika Neidhart

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

20.03.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/cXJyc2