Sunita Abplanalp (von links), Andrea De Moliner und Milena Kowarik konzertierten in der Reformierten Kirche in Küssnacht. Bild Roger Harrison
Sunita Abplanalp (von links), Andrea De Moliner und Milena Kowarik konzertierten in der Reformierten Kirche in Küssnacht. Bild Roger Harrison

Dies & Das

Eine Zeitreise von Warschau nach Zürich

Am Montag zogen die beiden Studentinnen Sunita Abplanalp, Violine, und Milena Kowarik, Cello, die von Andrea De Moliner, Klavier, begleitet wurden, das Publikum mit ihren einzigartigen Klängen in Bann.

Die erst 19-jährige einheimische Violinistin Sunita Abplanalp und Milena Kowarik, Cello, boten in der reformierten Kirche als Bachelorprojekt im Rahmen der «Beflügelten Montage» ein interessantes und hochstehendes Konzert. Sie führten das Publikum in der ausgebuchten reformierten Kirche auf eine musikalische Zeitreise von Warschau bis nach Zürich. Andrea De Moliner begleitete die beiden Studentinnen auf eine sehr einfühlsame und gekonnte Weise auf dem «Beflügelten» Bechstein-Flügel. Durch die warme Ausstrahlung in Wort und Musik der drei Künstlerinnen gelang es ihnen, alle Herzen zu ergreifen und in ihre Welt der Klänge entgleiten zu lassen.

Technisch grosse Herausforderung

Das Programm wurde mit dem Stück «Subito», komponiert von dem in Warschau geborenen und erst vor 20 Jahren verstorbenen Witold Lutoslawski, eröffnet. Sunita Abplanalp gelang es, mit ihrer Violine den vielen Epochen, die in diesem Stück vereint sind, den passenden Ausdruck zu verleihen. «Subito» beinhaltet Kompositionen von der Klassik über die Romantik bis zur Folklore. Dieses vielseitige und charakterstarke Werk wurde als Wettbewerbsstück komponiert und ist eine grosse technische Herausforderung, die Sunita Abplanalp auf eine gekonnte Art und Weise den Zuhörern mit einer grossen Fertigkeit und Leichtigkeit präsentierte.

Neue Welt entdeckt

Milena Kowarik setzte die Reise nach Tschechien fort und entführte das Publikum mit ihren Variationen über ein slowakisches Thema von Bohuslav Martinu in die böhmische Landschaft. Diese beiden modernen Werke haben die beiden Studentinnen fasziniert und liessen sie eine neue Welt entdecken, die sie auf das Publikum überspringen zu lassen versuchten. Mit den beiden Klassikern Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven konnten sich die Ohren wieder von harmonischen und wohlklingenden Tonfolgen verwöhnen lassen, die von den beiden Musikerinnen auch auf eine mitreissende und sehr gefühlsbetonte Art interpretiert wurden. Das «Tempo di Menuetto » von Mozart liess die Herzen jubeln, und das «Adagio» von Beethoven konnte die Herzen ergreifen.

Tosender Applaus

Zum Schluss wählten die beiden Studentinnen eine Sonatine für Violine und Cello von dem Zeitgenossen Arthur Honegger, der trotz seines französischen Einschlages als Zürcher gilt. Sunita Abplanalp zeigte eine Zwanziger-Note, die Arthur Honeggers Kopf auf sich trägt, und kommentierte sie auf eine humorvolle Art, die beim Publikum ein Schmunzeln erwirkte. Die Musikreise eroberte die Zuhörer, sodass diese mit einem tosenden Applaus den drei Künstlerinnen eine Zugabe entlockten. Es ertönte das «Trio in c-Moll» von Josef Suk aus Tschechien, der ein Schüler von Anton Dvoràk war. Diese Komposition mit ihrem romantischen Charakter setzte dem wunderbaren Konzert mit der harmonischen und ausdrucksvollen Interpretation einen letzten Höhepunkt. Beschwingt und voll von faszinierenden Klängen, bewegten sich die Interpretinnen und Zuhörer in den unteren Stock, um dort bei einem gemütlichen Apéro das Erlebte austauschen und die Musik ausklingen lassen zu können. Die beiden jungen, sehr talentierten Musikerinnen haben noch eine grosse Musik- und Lebensreise vor sich und werden mit ihren Klängen in Zukunft noch viele Menschenherzen verzaubern und die Alltagssorgen für einen Moment vergessen lassen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

20.03.2014

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schwyzkultur.ch/iABjSC