Vollblutmusiker: Seppi und Fredy Hess treten schon seit 50 Jahren gemeinsam auf. Seit zwölf Jahren ist auch Jrène Wallimann mit dabei (von links). Bild: Pascal Gaberell
Vollblutmusiker: Seppi und Fredy Hess treten schon seit 50 Jahren gemeinsam auf. Seit zwölf Jahren ist auch Jrène Wallimann mit dabei (von links). Bild: Pascal Gaberell

Dies & Das

«Es halbs Jahrhundert» – neue CD der Hess-Buebe erschienen

Das Schwyzerörgelitrio Hess-Buebe besteht schon seit 50 Jahren. Zum Jubiläum erschien soeben eine abwechslungsreiche CD mit 18 neuen Eigenkompositionen.

Schon seit 50 Jahren sind die Hess-Buebe aus Küssnacht ein Begriff in der Ländlermusikszene. Ihre Musik ist eigenständig; läuft ein Stück am Radio, weiss man sofort, dass es sich um die «Hess-Buebe » handelt. Der Grund liegt in der speziellen Gestaltung des Zusammenspiels, welches ihr «Markenzeichen» geworden ist. Aber auch die vielen Eigenkompositionen von Fredy und Seppi Hess – inzwischen sind es gegen 200 Tänze – tragen wesentlich zum Wiedererkennungseffekt bei.

Alles fing ganz klein an

1967 begannen die Brüder auf dem Bauernhof Hintere Langegg ob Küssnacht auf einem achtbässigen Stöpselbass-Örgeli zu üben. Sie motivierten sich gegenseitig und wurden immer bekannter. Am Bass sorgt seit 2005 Jrène Wallimann für das musikalische «Fundament». Die Hess-Buebe haben absolut keine Notenkenntnisse, sie musizieren nach Gehör. Es ist denn auch bewundernswert, wie viele Tänze die Musiker «gespeichert » haben und sofort abrufen können. Längst sind die Hess-Buebe für viele zum Vorbild geworden. So erstaunt es nicht, dass Fredy Hess letztes Jahr angefragt wurde, für die CD «Die 10 grössten Schwyzerörgeler» drei Titel beizusteuern.

Musiker sind noch voller neuer Ideen

Zum 50-Jahr-Jubiläum erschien soeben eine neue, sehr abwechslungsreiche CD mit dem Titel «Es halbs Jahrhundert», welche bei Phonoplay eingespielt wurde. Im CD-Booklet heisst es: «Dass Fredy und Seppi auch nach 50 gemeinsamen Musikjahren noch immer voller Ideen sind, zeigt die vorliegende CD: sie enthält ausschliesslich Eigenkompositionen.» Fredy Hess (1954) hat elf Titel komponiert, Seppi (1957) steuerte deren sieben bei. Wie gewohnt haben die neuen Tänze kurze, einprägsame Titel, so zum Beispiel «Gseid isch gseid», «Falsch, aber schön», oder «Liefere statt lafere». Viele Fans und Ländlerfreunde im ganzen Land sind nun gespannt, wie die neuen Hess-Buebe-Tänze klingen. In den 1980er-Jahren bestritten die Hess- Buebe bis zu 140 Auftritte pro Jahr. «Heute treten wir viel weniger auf und besuchen dafür gerne Live-Auftritte anderer Formationen», sagt Fredy Hess, der seit 25 Jahren in Küssnacht eine eigene Örgeli-Werkstatt betreibt. An den regelmässig stattfindenden «Örgeli-Abenden » in der «Bude» gibt er gerne seine Erfahrung mit vielen guten Tipps an Lernende weiter. Seppi ist als Verkaufsberater in der Geflügelbranche tätig und lebt mit seiner Familie ebenfalls in Küssnacht. Schon seit 40 Jahren sorgt er für die musikalische Begleitung der Trachtentanzmusik Baar und leitet zudem seit fünf Jahren die Brauchtumsgruppe «Wagenmöösler Chlottermusig». Jrène Wallimann arbeitet als kaufmännische Angestellte, spielt auch gerne Schwyzerörgeli und ist an diesem Instrument gelegentlich an Stubeten anzutreffen. Früher war sie Bassistin bei der Formation Adlergruess. Die Hess-Buebe schätzen es sehr, dass viele ihrer Eigenkompositionen immer wieder von anderen Ländlerformationen interpretiert und somit im ganzen Land verbreitet werden.

Halb zehn Uhr morgens oder abends?

In ihrer 50-jährigen Musiker-Karriere haben die Hess-Buebe auch Kurioses und Lustiges erlebt, auch wenn dies damals überhaupt nicht zum Lachen war: So erschienen sie einmal in Hünenberg infolge eines Missverständnisses zwölf Stunden zu spät zu einem Auftritt. Nun freut sich das muntere Trio über das Erscheinen ihres neusten Werkes. Eine offizielle CD-Vorstellung ist aber nicht geplant. Am Freitag, 22. September, sind die Hess-Buebe zusammen mit ihren Cousins – den Gebrüdern Hess – und den Toggeburgerbuebe in der Radio-Sendung «Zoogä-n-am-Boogä» bei Beat Tschümperlin zu Gast. Speziell ist, dass heuer alle drei Formationen ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern können. Dies ist alles andere als selbstverständlich und zeugt von guter Kameradschaft und grosser Freude an der Musik. Auf die Zukunft angesprochen, sagt Seppi Hess: «Unser grösster Wunsch ist es, gesund zu bleiben und weiterhin gemeinsam zu musizieren.»

CD erhältlich bei

Fredy Hess
Fännring 2
6403 Küssnacht
T 041850 71 02
oder
hessjosef@bluewin.ch

Bote der Urschweiz (Gui

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

16.03.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/RyWaji