Marc Baumann mit dem Flyer des Theaterstücks «Schweizer Schönheit» zu Hause in seinem Zimmer in Immensee. Bild Edith Meyer
Marc Baumann mit dem Flyer des Theaterstücks «Schweizer Schönheit» zu Hause in seinem Zimmer in Immensee. Bild Edith Meyer

Dies & Das

Marc Baumann spielt im Schauspielhaus

Marc Baumann steht schon wieder auf der Bühne. Diesmal im Schauspielhaus Zürich. Der 14-Jährige spielt im Stück «Schweizer Schönheit» von Filmregisseur Dani Levy mit.

Marc Baumann ist erst 14 Jahre alt. Und doch hat er es schon mehrmals auf grosse Bühnen geschafft: Mit der einzigen Kinderrolle im Erfolgsmusical «Ich war noch niemals in New York» oder in Dürrenmatts Komödie «Die Physiker» im Schauspielhaus Zürich. Und dort spielt Marc Baumann im Stück «Schweizer Schönheit» mit. «Diesmal ungeschminkt, dafür wechsle ich viermal die Kleider», sagt er und lacht. Das zweistöckige Doppelhaus auf der Pfauenbühne ist Schauplatz der fiktiven Gemeinde «Wohlstadt». Im Zentrum von Dani Levys Komödie steht Balz Häfeli. Prokurist Häfeli, der sein Leben lang ohne Ehrgeiz brav alles geschluckt hat, steigt an seinem 50. Geburtstag aus der Gesellschaft aus. Er zieht vom Haus in seinen Geräteschuppen und rastet aus.

Der Störenfried muss weg

Marc Baumann spielt Häfelis 13-jährigen Sohn Fredi. Ein Junge mit pubertären Nöten und einer komplizierten Beziehung zu seinem Vater. Denn eben dieser Vater rennt wie ein Irrer durch den Garten, spielt Muezzingesänge und leidet unter seiner notorisch untreuen Frau. Doch als Häfeli im Schuppen sein eigenes Königreich gründet, sehen sich die Wohlstädter in ihrem sozialen Frieden endgültig gestört. Es kommt zu Ausschreitungen gegen Balz Häfeli.

Inspiriert von «American Beauty»

Und welche Szene gefällt dem Jungschauspieler am Besten? «Wenn ich aus dem Haus komme und sage, Papa, ich habs geschafft.» Während er nämlich seinem Vater stolz sein erstes Sperma zeigt, wird Balz Häfeli rücklings erschossen. Natürlich endet der Abend heiter. Unruhestifter Häfeli landet im Jenseits, aber ganz anders, als er sich das vorgestellt hat. «Diese Szene bringt das Publikum am meisten zum Lachen», erzählt Marc Baumann. Ihm gefalle aber auch, dass er den Song Zombie von The Cranberries live singen dürfe. «Meine Rolle als Fredi ist lustig, und die Auftritte sind eine schöne Erfahrung.» Und wie empfindet er die Zusammenarbeit mit Autor und Regisseur Dani Levy? «Er ist humorvoll, sympathisch und lieb – keiner der schimpft», sagt Marc Baumann. Mit Filmen wie «Alles auf Zucker», «Mein Führer» oder «Du mich auch» zählt Levy zu den bedeutendsten Filmemachern der Schweiz. Sein eigenes Stück «Schweizer Schönheit» ist inspiriert vom Hollywood- Meisterwerk «American Beauty».

14 Auftritte in Zürich

Marc Baumann hat noch 14 Auftritte im Schauspielhaus vor sich und spielt in jeder zweiten Vorstellung. Das nächste Mal am 4. und 5. März. Freude darüber zeigt seine Mutter Tanja Baumann: «Ich bin stolz auf Marc und unterstütze seinen Wunsch, auf der Bühne zu stehen.» Die Schauspielerei zum Beruf machen, das ist denn auch sein grosser Traum. Im Sommer hat Marc Baumann den Workshop einer Hamburger Schauspielschule in Zürich besucht. «Ich bekam ein super Feedback, dass ich talentiert bin. Das bestärkt mich in meinem Berufswunsch», so der Junge, der ein einwandfreies Bühnendeutsch spricht. Doch vor der Schauspielschule will der Oberstufenschüler die Handelsschule besuchen. Aber wo würde er als Schauspieler am liebsten mitwirken? «In amerikanischen Filmen.» Idole habe er zwar keine, aber «eine Reise nach Hollywood wäre toll. Und dort würde ich gerne meine Lieblingsentertainerin Ellen De- Generes kennenlernen.»

Infos zum Spielplan «Schweizer Schönheit» im Zürcher Schauspielhaus: im Internet unter www.schauspielhaus.ch.

Bote der Urschweiz (Edith Meyer)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

01.03.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/cdJymN