Das Cover des ersten Hefts. Bild: PD
Das Cover des ersten Hefts. Bild: PD

Dies & Das

Erstes Heft mit «Küssnachter Geschichten» wurde vorgestellt

An der GV des Historischen Vereins Küssnacht hielt Lokalhistoriker Josef Muheim ein spannendes Referat.

Josef Muheim erstellte Statistiken und Stammbäume, um Entwicklungen aufzeigen zu können. Beispielsweise wurden im 18. Jahrhundert 75 Prozent der Männer auf nur zehn Vornamen getauft. Josef wurde nur langsam beliebt und lag hinter Johann. Bei den Frauen deckten sogar nur fünf Vornamen 82 Prozent ab, angeführt von Maria und Anna. «Das macht die Familienforschung sehr schwierig. Ein aussergewöhnlicher Vorname ist für die Genealogen quasi ein Glücksfall», erklärte Muheim. Gottfried war ein solch eher seltener Name, der in Küssnacht ab 1749 einigermassen beliebt war, um an Söhne und Patenkinder vererbt zu werden. Die eigentliche Besonderheit: der Vorname Klemens, den Muheim ab 1678 in Taufbüchern ausmachte. Der Grund dafür war, dass Klemens ein Katakombenheiliger war, dessen Gebeine von Rompilgern mitgebracht wurden. In Greppen wurde Felix ebenso verehrt. So war Felix in der Adligenswiler Familie Stalder, die das Bürgerrecht von Greppen besass, ein häufiger Vorname. Das Land- oder Bürgerrecht war jedoch keineswegs selbstverständlich.

Wegen Heirat und Mittellosigkeit ausgebürgert


So wurde 1727 der Küssnachter Kaspar Sidler wegen der Heirat mit einer «fremden Frau» aus Greppen und mangels Vermögen ausgebürgert. Über mehrere Generationen hinweg führte dies dazu, dass die nicht sesshafte oder jenische Bevölkerung anstieg, welche in schwierigen Verhältnissen lebte. Andererseits konnte Muheim auch aufzeigen, in welchen Familien häufig Langlebigkeit vererbt wurde, oder er verfolgte die Entwicklung der Familie Greter von Viehhändlern zu Hoteliers des 19. Jahrhunderts. «Es gäbe noch viele Themen, in denen man einen Rückblick in die Vergangenheit machen könnte», meinte der 80-jährige Hobbyforscher am Ende seines Referats.

Diverse Erneuerungen im Heimatmuseum


Im Anschluss hielt der Historische Verein Küssnacht seine Jahresversammlung ab, wo er die erste Ausgabe der Heftreihe «Küssnachter Geschichten» präsentierte. Das erste Heft trägt den Titel «Immensee – Dorf mit Ausstrahlung ». Es bringt verschiedenste Beiträge, besonders zu aktuellen Jubiläen von Immensee, unter anderem aus Anlass der Feier 100 Jahre Missionsgesellschaft SMB und 112 Jahre Musikgesellschaft Immensee. Weitere Texte berichten über die Pfarrei Immensee und einen Zeugen des Tourismus, das jetzt abgebrochene Hotel Rigi. Aufgrund der im letzten Jahr mit dem Bezirk abgeschlossenen Leistungsvereinbarung stellte Präsident Bruno Thurnherr neben dem Jahresprogramm 2022 auch jenes für 2023 vor. Im Heimatmuseum stehen diverse Erneuerungen an, und es wird mit einer Ausstellung und Vorträgen an die Schliessung der Glasi vor 50 Jahren erinnert. Am 17. September plant der Verein, seinen Ausflug ins Kloster Engelberg, der vor zwei Jahren ausgefallen ist, nachzuholen.

Bote der Urschweiz / Patrick Kenel

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

10.03.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/HkTS3j