Stefan Kälin ist hinter den Kulissen für die Schnitt- und Montagearbeit von Filmen verantwortlich
Stefan Kälin ist hinter den Kulissen für die Schnitt- und Montagearbeit von Filmen verantwortlich

Film

Für Schweizer Filmpreis nominiert

«Der Goalie bin ig» von Sabine Boss ist mit sieben Nominationen der grosse Favorit im Rennen um den Schweizer Filmpreis. Stefan Kälin macht grosses Kino am Computer und wurde in der Kategorie «Beste Montage » dieses Films nominiert.

Das Rennen um den Quartz, die höchste Auszeichnung für Schweizer Filmschaffen, wurde eröffnet. «Der Goalie bin ig» von Sabine Boss ist der grosse Favorit für den Quartz, die höchste Auszeichnung für Schweizer Filmschaffende. Der Film zu Pedro Lenz' Roman wurde an den Solothurner Filmtagen in sieben Kategorien nominiert.

Unter den ersten drei

Dieses Jahr wurden erstmals auch Filme für die neu geschaffene Kategorie «beste Montage» nominiert. Damit wird die wichtige Arbeit des Schnitts im Produktionsprozess eines Filmes gewürdigt. Das freut den Küssnachter Stefan Kälin. «Es war an der Zeit, diese Kategorie einzuführen, weil der Schnitt wirklich entscheidend zum Gelingen eines Films beitragen kann», sagt der freischaffende Cutter. Kälin hat nicht damit gerechnet, aber gehofft, dass er nominiert wird. «Es waren fast vierzig Personen auf der Shortlist, umso grösser war dann die Freude, unter den ersten drei zu sein.» Nun sei er gespannt auf die Preisverleihung am 21. März im «Schiffbau» in Zürich.

Sinnliche Tätigkeit

Und was fasziniert ihn am Film «Der Goalie bin ig» am meisten? «Der Film hat eine echte und präzise Sprache, tolle Schauspieler und erzählt eine emotional anrührende Geschichte», antwortet Kälin. Auch die Zusammenarbeit mit der Regisseurin Sabine Boss sei sehr angenehm gewesen. Für einen Kinospielfilm in dieser Grösse rechnet man mit einer Schnittzeit von rund 12 Wochen. Stefan Kälin startet aber, wenn möglich, bereits in der Drehphase mit seiner Arbeit. «Dadurch bin ich von Anfang an nahe am Geschehen und kann nach Bedarf Feedbacks ans Set liefern», fügt er hinzu. Stefan Kälin beschreibt seinen Beruf als sinnliche Tätigkeit. «Man versucht, mit bewegten Bildern, Sprache und dem Einsatz von Musik eine filmische Erzählung zu gestalten. Wenn das Resultat dann auch ein Publikum findet, hat man seine Arbeit gut gemacht.»

Premiere an der Berlinale

Kälin, der in Küssnacht und Zürich wohnt, arbeitet seit 1996 freischaffend. Letztes Jahr war er an einer deutschen Spielfilmproduktion beteiligt, arbeitete aber von der Schweiz aus, weil der Regisseur Benjamin Heisenberg in Luzern wohnt. Der Film «Über ich – und Du» feiert am 9. Februar an der Berlinale Premiere.

Über 20 Filme geschnitten

Kälin hat schon über 20 lange Filme für Kino und Fernsehen geschnitten, darunter viele Dokumentarfilme und in den letzten Jahren vor allem Spielfilme. So war er unter anderem beim Dokumentarfilm «Elisabeth Kübler-Ross – Dem Tod ins Gesicht sehen», bei einem «Tatort», «Utopia Blues» oder «The Substance – Albert Hofmanns LSD» für den Schnitt zuständig.

Die 17. Preisverleihung des Schweizer Filmpreises Quartz findet am 21. März statt. Die Zeremonie geht erstmals im «Schiffbau» in Zürich über die Bühne. Die Ehrung des heimischen Filmschaffens wird vom Bundesamt für Kultur mit den Partnern SRG SSR und der Association «Quartz» Genève Zürich realisiert und in Zusammenarbeit mit Swiss Films, der Schweizer Filmakademie und den Solothurner Filmtagen organisiert.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

06.02.2014

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schwyzkultur.ch/MYgaeP