In Aktion: Lediglich etwa 30 Sekunden dauerte die effektive Filmszene. Im Bild von links Peter Freiburghaus, Barbara, Max Gertsch und Martin Rapold.
In Aktion: Lediglich etwa 30 Sekunden dauerte die effektive Filmszene. Im Bild von links Peter Freiburghaus, Barbara, Max Gertsch und Martin Rapold.
Idyllischer Drehort: Auf dem Hof «Hinder-Älsenegg» in Menznau finden die meisten aller Dreharbeiten statt. Bilder Bruno Facchin
Idyllischer Drehort: Auf dem Hof «Hinder-Älsenegg» in Menznau finden die meisten aller Dreharbeiten statt. Bilder Bruno Facchin

Film

Nach Jahren wieder vor der Kamera

Peter Freiburghaus (Duo Fischbach) spielt in einem Fernsehfilm die Hauptrolle. Für den Bühnenschauspieler bedeutet das ein Comeback seit etwas über 15 Jahren. «Geändert hat sich in dieser Zeit wenig», erklärte er gegenüber dem «Boten».

Im nächsten Jahr soll der Film «Der Patient» an einem Sonntagabend auf dem Sender SF1 ausgestrahlt werden. Derzeit laufen in Menznau LU auf einem abgeschiedenen Hof die Dreharbeiten, und die Hauptrolle spielt Peter Freiburghaus, bekannt aus dem Duo Fischbach. «Ich erinnere mich nur noch sehr schwach an meine letzten Filmarbeiten zurück», so Peter Freiburghaus. Es sei ein «Tatort» gewesen, doch selbst an den Titel erinnert er sich nicht mehr. «Es müssen mindestens 15, wenn nicht sogar 20 Jahre her sein.» Dass er in diesem Filmprojekt eine Rolle bekommen habe, liege daran, dass er einige Castings gemacht habe und daraufhin für die Rolle angefragt wurde.

«Vergleich ist fast nicht möglich»

Was nun spannender sei, die Bühne oder der Film, wollten wir von Freiburghaus wissen. Man könne das fast nicht vergleichen, denn die Teams seien komplett verschieden. «Beim Film herrscht so etwas wie eine Lageratmosphäre», denn man sei mehr oder weniger immer zusammen und arbeite in der Woche an fünf Drehtagen so an die 50 bis 60 Stunden. Das schweisse zusammen, sagte er. Ungewöhnlich sei jedoch, dass die Drehtage relativ steril sind, und man den eigentlichen Zusammenhang weniger realisiere. Auch könne man lediglich auf die Regie reagieren, während im Theater der Publikumskontakt etwas vom Grössten sei. Vor allem dadurch, dass die Szenen nicht in der Reihenfolge, wie im Film erscheinen, gedreht werden, werde ein stetiges Umdenken notwendig. «Hier spiele ich die Rolle eines dementen Bauern, und so kommt es vor, dass ich mich innert kurzer Zeit in den verschiedenen Phasen dieser Krankheit bewege, und immer wieder umdenken muss.» Er geniesse diese Zeit, jedoch mit der Erkenntnis, «dass sich in den letzten zwei Jahrzehnten nichts wesentlich verändert hat».

Tragischkomische Geschichte

Das Thema Demenz spricht im Prinzip alle an und ist zeitlos. Im Film wird der Bauer (Peter Freiburghaus) von der Krankheit befallen, und einer der Söhne (Martin Rapold) sieht sich langsam gezwungen, die Zügel in die Hand zu nehmen. Es kommt zum Konflikt, denn einerseits fühlt sich der vergessliche Bauer fit, und andererseits suchen die Brüder nach einer Lösung, die letztendlich auch eine Veränderung auf dem Hof bedeuten würde. Die berührende Vater-Sohn-Geschichte auf dem Bauernhof wurde von den beiden Autorinnen Josy Meier und Eveline Stähelin geschrieben. Regie führt Barbara Kulscar. Gedreht wird während rund 50 Wochen, fast ausschliesslich im Luzerner Hinterland. Wie Produzent Reto Schaerli (Zodiac Pictures, Luzern) erklärte, ist dies einer der letzten «echten Filme» vor der Umstellung auf die digitale Aufnahmetechnik.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

24.06.2011

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schwyzkultur.ch/KcXpuU