Natur im Zentrum: Die Malereien von Ferdinand Höhn wurden mit Skulpturen von Urs Twellmann kombiniert.
Natur im Zentrum: Die Malereien von Ferdinand Höhn wurden mit Skulpturen von Urs Twellmann kombiniert.

Kunst & Design

Abstrakte Eindrücke des Mittelmeers

«Mediterrane Impression. Ägäis» ist die neue Ausstellung des Künstlers Ferdinand Höhn. Die Werkgruppe ist noch bis Anfang April im Atelier Reichlin in Küssnacht zu sehen.

Das Atelier Reichlin zeigt bereits zum zwölften Mal Werke des Künstlers Ferdinand Höhn. In seinem Schaffen hält er auf abstrahierte Weise Landschaften seiner Reisen fest. In der gezeigten Werkgruppe aus dem Jahr 2009 beschäftigte sich Höhn mit der griechischen Ägäis; insbesondere mit der Insel Santorini. Die Ausstellungseröffnung begeisterte das zahlreich erschienene Publikum.

Studienreisen im Süden

«Wenn ich Ferdinand jeweils frage, ob er schöne Ferien hatte, entgegnet er mir, dass er keine Ferien gemacht habe », erzählte der Galerist Urs Reichlin. «Er möchte seine Reiseziele so genau erfassen, dass er sie akribisch erkundet. » Auf diesen Studienreisen zeichnet der Künstler all das, was ihn berührt. «Ferdinand Höhn ist ein hervorragender Zeichner», so Reichlin. «Sein Strich besitzt Tiefe und Energie.» Die Kohle- und Bleistiftzeichnungen dienen dem Künstler als Ausgangslage für seine grossformatigen Acrylmalereien. In dieser abstrahierten Übersetzung entstehen eigenständige und farbintensive Bilder, die dem Empfinden des Künstlers Ausdruck verleihen.

Starker Farbsinn

Auffallend ist der ausgeprägte Farbsinn von Ferdinand Höhn. «Nachdem ich an der Kunstgewerbeschule in Zürich studiert hatte, arbeitete ich als Reprofotograf», so Höhn. «Dort erlernte ich den akribischen Umgang mit Farben.» Die Liebe zum Zeichnen hat ihm sein Vater mit auf den Weg gegeben. «Ich habe immer lieber gezeichnet als gerechnet», erklärte Ferdinand Höhn, welcher in Wollishofen aufgewachsen ist. Inspiriert wurde er mitunter von seinen kunstschaffenden Nachbarn Varlin und Emilio Stanzani. «Auf der italienischen Insel Stromboli habe ich den Maler Hans Falk kennengelernt. Unsere 40-jährige Freundschaft prägte meine Arbeit ungemein. Er beurteilte und kritisierte meine Bilder bis zu seinem Tod.» Heute lebt der 67- jährige Künstler an der aargauischen Grenze in Otelfingen.

Farbintensives Werk

Die griechische Inselwelt beschränkt sich auf wenige Farben. «Die Inseln sind alle anders, und doch wiederholen sich gewisse Dinge immer wieder», so Höhn. «Das Blau des Meeres, die braunen und schwarzen Töne des Sandes, das Weiss der Häuser – einmalig! » Diese Farbenpracht in ihren Nuancen findet man in den Malereien des Künstlers wieder. Die Ausstellung wurde von Urs Reichlin konzipiert. «Ich wollte die Bilder mit feinen und hellen Farbtönen klar von den kräftigen Malereien separieren.» Bei den Ausstellungsgästen fanden die Bilder guten Anklang. «Einige waren selbst schon in der Ägäis und fühlten sich sehr inspiriert von den Malereien», sagte Urs Reichlin. «Ich war noch nie dort. Aber ich reise immer den Bildern von Ferdinand Höhn nach.» Der Künstler selber hat noch keine konkreten Reisepläne für die Zukunft. «Ich möchte einfach wieder in den Süden.»

Die Ausstellung von Ferdinand Höhn im Atelier Reichlin dauert bis zum 3. April und ist von Montag bis Freitag von 08.00 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 09.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

17.03.2010

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