Die Künstlerin Vivien Kabar vor ihrem Werk «La Pietà». Bild Edith Meyer
Die Künstlerin Vivien Kabar vor ihrem Werk «La Pietà». Bild Edith Meyer

Kunst & Design

Kabar bringt grosse Kunst aus Wien

Erstmals zeigt Vivien Kabar aus Wien ihre Bilder in der Schweiz. Sie ist eine arrivierte Künstlerin, die sich mit ihren Werken gegen Gewalt an Frauen und Kindern einsetzt.

Die Geschichte von Vivien Kabar beginnt in Debrecen, einer Stadt im Osten von Ungarn. «Ich wollte schon als Kind meine Gefühle durch Bilder ausdrücken», sagt die heute in Wien lebende Künstlerin. Als zwölfjähriges Mädchen begegnete sie erstmals ihrem späteren Lehrer und Mäzen Ilia De Riska. «Er war ein Meisterschüler von Joseph Beuys», erzählt Vivien Kabar. 16 Jahre lang habe sie von ihm die Malerei gelernt. «Durch ihn entdeckte ich die Schönheit zu erkennen», sagt die 33-Jährige. Und: «Dass ich so früh einen so grossen Meister getroffen habe, war Bestimmung.» Bis zum überraschenden Tod von Ilia De Riska habe sie eine kreative und schöpferische Verbindung mit ihm gehabt. Durch diese entstand eines ihrer berühmtesten Kunstwerke «Liebe und Tod», das für Vivien Kabar zum Symbol ihrer Beziehung zu Ilia De Riska wurde. «Es ist das einzig unverkäufliche Bild meiner Sammlung.»

Eröffnet Atelier in Küssnacht

Vivien Kabar lebt in Wien und wird im Oktober ein Atelier mit einem Ausstellungsraum in Küssnacht an der Luzernerstrasse 28 eröffnen. Ihre Werke wurden in verschiedenen Ländern Europas und in den USA gezeigt. Sie fokussiert in ihren Bildern Menschen. Ihr Markenzeichen sind grossflächige Bilder – ausschliesslich Öl auf Leinwand. «Meine Malerei hat immer eine Botschaft. Und ich will, dass sie in der Welt verbreitet wird.» Vivien Kabar setzt sich stark gegen Gewalt an Frauen und Kindern ein. Sie wurde im Jahr 2014 in Österreich Preisträgerin des vom Bundesministerium für Inneres und dem Bundeskriminalamt BKA ausgeschriebenen Wettbewerbs «Kunst gegen Gewalt ». Sie war Initiatorin der Internationalen Ausstellung «Humiliated Angels » in den USA und Kuratorin der Gruppenausstellung «Womit Kinder spielen» im Wiener Friedensmuseum.

In der Päpstlichen Basilika

Ein unvergessliches Werk ist das Gemälde «Rhapsody in Red». Vivien Kabar gedenkt damit den Opfern des grössten Chemieunfalls in Ungarns Geschichte, als 2010 ganze Dörfer mit ätzendem Rotschlamm überschwemmt worden sind. Eine Giftschlammlawine hat sich im Westen Ungarns über mehrere Orte gewälzt. «Rhapsody in Red» ist permanent in Rom in der Santa Maria Maggiore, der Päpstlichen Basilika, ausgestellt. «Dass dieses Bild in Rom hängt, ist für mich eine grosse Ehre», betont Kabar. Ein Bild bleibe ewig, und es sei einfacher, Menschen durch Kunst auf Probleme aufmerksam zu machen.

Vernissage in Immensee

Vivien Kabar hat aber auch Humor, und ein Schweizer Kabarettist gefällt ihr besonders. «Ich habe ein Portrait von Emil Steinberger gemalt, weil er genial ist.» Besonders gefalle ihr der Sketch, in dem Emil einen Postbeamten spielte. «Er stellt den Alltag so dar, dass man am liebsten selbst am Postschalter arbeiten würde.» Das Bild von Emil Steinberger wird ebenfalls heute Abend an der Vernissage von Vivien Kabar in der Spreu&Weizen Bar-Lounge in Immensee gezeigt. Leider sind alle Plätze an der Vernissage ausgebucht.

Bote der Urschweiz (Edith Meyer)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

25.07.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/uXm3Jj