Die Künstler Daniel Ehrler, Beat Imfeld, Roger Harrison und Anne Guttormsen Fraser (von links) zeigten in der Garage von Cornel Meyer (Mitte) ihre Kunstwerke. Bild: Christian Büeler
Die Künstler Daniel Ehrler, Beat Imfeld, Roger Harrison und Anne Guttormsen Fraser (von links) zeigten in der Garage von Cornel Meyer (Mitte) ihre Kunstwerke. Bild: Christian Büeler

Kunst & Design

Kunstwerke, parkiert in der Autoausstellhalle

Kunst am Rigi erhielt dieses Jahr Zuwachs. Zu den drei Künstlern des letzten Jahres gesellte sich für die Zweitauflage der Erfolgsausstellung in der Meyer Rigi-Garage Daniel Ehrler.

Die Zweitausgabe von Kunst am Rigi brauchte Platz. Während die Künstler ihre Werke im letzten Jahr noch in der Werkstatt ausgestellt hatten, war es in diesem Jahr die Ausstellhalle der Meyer Rigi-Garage, in der die Autos der Kunst Platz machten. Grund dafür war ein Neuzugang: der Immenseer Maler Daniel Ehrler. Er, der sonst für seine abstrakten Acrylbilder mit satten Farben bekannt ist, wagte sich auf neues Terrain vor.

Bilder aus Jassstrichen und Figuren aus 200-jährigen Nägeln

Ehrlers Strichbilder, eine Aneinanderreihung von Jassstrichen über etliche Zeilen, fielen ins Auge, obwohl sie erst aus der Distanz ihre Wirkung entfalteten. Was man den Bildern nicht ansah: Der Elektroingenieur liess hier seine Programmierfähigkeiten mitspielen. Er schrieb extra eine Software, die ihn beim Herstellungsprozess unterstützte. Die Fleissarbeit des Strichemalens nahm sie ihm aber nicht ab. Gleich mehrfach mit Fleiss liessen sich die Nagelfiguren von Beat Imfeld assoziieren: Aus handgeschmiedeten Nägeln, die teilweise bereits 200 Jahre alt sind, stellte er kleine, bewegliche Figürchen her. Dabei ist ihm wichtig, «nicht zehn verschiedene Elemente zusammenzuschweissen», wie man das manchmal sehe. Auch gebogen wird bei ihm der Nagel nicht. Dieser solle möglichst bleiben, wie er ist.

Vergessen von Situationen und Angst vor dem Aufstieg

Roger Harrison begab sich ebenfalls in die Vergangenheit. Der Fotograf versetzte Fotografien des Zeitraumes 2004 bis heute mit einem Sepia-Filter und liess das Heute und die Vergangenheit eins werden. So, als ob die Bilder bereits archiviert, im Album eingeklebt oder in die Schublade gesteckt worden wären. Er kritisierte damit auch seinen Berufsstand: Beim Wiederanschauen solcher Bilder erinnere man sich nicht an die Situation, sondern an das Bild selber – ein Vergessen trotz Festhalten. Anne Guttormsen Fraser alias Serianna befasste sich in der Bildserie «Alptraum » mit ihrer Faszination und gleichzeitigen Angst vor Höhen und Bergen. Idyllisch, aber in grosser Höhe liegen bei ihr die Alphütten und weiden die Kühe: «Es sind Traumalpen, aber um dorthin zu gelangen, ist es für mich ein Alptraum», erklärte die Künstlerin. So sind die Wege auf ihren Bildern stets verworren und die Abgründe tief. Allen Künstlern gelang es, den Autos, die sonst in der Halle stehen, das Wasser zu reichen. Gerade auch weil sie durch verschiedene Techniken und Motive für Vielseitigkeit sorgten.

Bote der Urschweiz (Christian Büeler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

22.05.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/n15sVk