Aussagekräftige Gedichte: Margrith Gössi-Bohren präsentiert ihr sechstes Werk. Bild Edith Meyer
Aussagekräftige Gedichte: Margrith Gössi-Bohren präsentiert ihr sechstes Werk. Bild Edith Meyer
In grünes Leinen gebundne Lyrik von Margrith Gössi-Bohren.
In grünes Leinen gebundne Lyrik von Margrith Gössi-Bohren.

Literatur

In grünes Leinen gebundene Lyrik

Mit «worte schälen» veröffentlicht Margrith Gössi-Bohren ihr sechstes Buch. Am Freitag liest sie aus ihrem neuen Werk Gedichte aus zugespitzten Worten. Mit scharfem Verstand führt die Satzkünstlerin an den Kern der Wahrheit wie: «Wenn das Blatt sich wendet, ist es zu spät zum Buchstabieren.»

Eine grosse Frau mit einem starken Händedruck, das ist Margrith Gössi-Bohren. Sie zeigt sich als aufmerksame Person. In ihrem lichtdurchfluteten Büro hat die Küssnachterin bereits ihr sechstes Buch geschrieben. Die Schriftstellerin sagt, dass man sie als ausserordentlich perfektionistisch beschreibe. «Ich habe hohe Anforderungen an andere – und speziell an mich selber.» Mit einem eigenwilligen Blick und einem Lachen im Gesicht purzelt «Lieber verliere ich mein Gedächtnis als meine Erinnerung» aus ihr heraus. Sie habe einen Humor, den eben nicht jeder verstehe.

Ausgeprägtes Sprachgefühl

Ihre Lebensansichten im neuen Gedichtband gehen tief, stimmen nachdenklich, heiter, aber auch traurig. Margrith Gössi-Bohren nimmt die Leser auf eine Reise mit. Sie schreibt über die Liebe und den Tod. Sie konfrontiert den Leser mit Krieg und Heimat. Mit grosser Affinität schuf Margrith Gössi-Bohren ihre Lyrik. Einmal erotisch, dann frech, selbstkritisch, romantisch, witzig, immer auf den Punkt gebracht. «Ich habe seit meiner Kindheit ein ausgeprägtes Sprachgefühl», sagt die Geschäftsfrau und dreifache Mutter.

Beobachtet und beschreibt

Sie ist in Grindelwald aufgewachsen, lebt seit über 40 Jahren in Küssnacht. Die Betriebsökonomin mit Jahrgang 1943 gibt nur wenig Privates preis. Sie wolle nicht im Rampenlicht stehen. Gern verweist sie jedoch auf das von ihr und Dres Balmer geschriebene Buch «Arrivée und Depart zwischen Passanten und bleibenden Gästen». Darin beschreibt Margrith Gössi-Bohren ihre Jugendzeit im elterlichen Hotelbetrieb in Grindelwald sowie Begegnungen mit Hotelgästen aus aller Welt, Dorffürsten und den italienischen Kindermädchen.

Vernissage morgen Freitag

Sie schweigt kurz, und dann liest sie aus ihrem neusten Werk «worte schälen». Ihre warme Stimme erfüllt den Raum. Im neuen Lyrikband sind die Gedichte in vier Teilbereiche gegliedert: immer nur Worte – Spiegelungen – ostwärts – Pas de deux. Entstanden seien dieTexte während Reisen, aus Alltagserlebnissen, menschlichen Erfahrungen und aus persönlichem Befremden heraus. «Mich fasziniert die Sprache und was man damit bewegen kann», sagt Margrith Gössi-Bohren. Sie schreibt in Dialekt und in Hochdeutsch. Sie liebe die geschliffene, elegante Schriftsprache. Mundart als Kunstform habe ebenso Finessen und sei mindestens so anspruchsvoll wie Hochdeutsch.

Buchvernissage

Fr, 18.2.2011
18.00 Uhr
Schwyzer Kantonalbank
Küssnacht

Infos

www.inbrevi-verlag.ch

Buch

«worte schälen»
ISBN
978-3- 9522355-5-3

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

17.02.2011

Webcode

www.schwyzkultur.ch/G8tDdp