Mit ihrem neuen Roman «Sonnensturm»: Die Autorin Silvia Götschi lebt, schreibt und unterrichtet in ihrer Literaturwerkstatt in Küssnacht. (Bild Edith Meyer)
Mit ihrem neuen Roman «Sonnensturm»: Die Autorin Silvia Götschi lebt, schreibt und unterrichtet in ihrer Literaturwerkstatt in Küssnacht. (Bild Edith Meyer)

Literatur

Über einen Mann zwischen zwei Frauen

Die Küssnachter Autorin Silvia Götschi hat ihren zweiten Roman veröffentlicht. «Sonnensturm» ist eine Geschichte über die Magie der Liebe.

Sie lässt keinen Tag verstreichen, an dem sie nicht schreibt. Silvia Götschi arbeitet täglich bis zu sieben Stunden an ihren Werken. In der Schublade hat sie Kriminalromane, Kurzgeschichten und Gedichte. Nach ihrem Erstlingswerk «Und trotzdem nicht Olivia» wurde ihr zweiter Roman «Sonnensturm» im Verlag Reinhold Liebig veröffentlicht.

«Ich habe meine Berufung zum Beruf gemacht», sagt Götschi. Seit 1997 ist sie freischaffende Autorin, Kolumnistin und Inhaberin der Literaturwerkstatt in Küssnacht. «Ich höre Dinge, nehme sie auf – es raschelt und rumpelt in meinem Kopf – daraus entstehen Geschichten», erzählt Götschi.

Zartbesaiteter Protagonist
Ihr neuster Roman handelt von einem Mann zwischen zwei Frauen: Ondrej Novotny, fünfundvierzig, Mikrobiologe und auf der Flucht vor sich selbst. Eine Vergangenheit, der er nicht entkommt, dem Wahn, der Wirklichkeit. Seine Frau, die ihn verlassen hat, die Liebe seines Lebens, die Obsession.Die Andere – das ewig Lockende der Jugend –, die seine Schmerzen zum Vergessen bringt. Eine Frau mit Gegensätzen.

Wird es ihr gelingen, ihn mit ihrer Liebe zu retten? Die Geschichte ist mysteriös, philosophisch geschrieben und beinhaltet einen Generationenkonflikt. «Es ist nie klar, ob es eine Vision, ein Traum oder die Wirklichkeit ist», sagt Götschi. Das überlasse sie den Lesern. Die Autorin mag das Geheimnisvolle, und 180-Grad-Kehrtwendungen in einer Geschichte.«Ich schreibe wiederum aus der Sicht des Mannes, und ich musste mich zuerst in den Charakter hineinleben.» Das ganze Buch ist vor allem auf den zartbesaiteten Protagonisten Ondrej Novotny aufgebaut. Die Autorin spricht über ihn Themen wie Jobverlust und Depression an.

Gesellschaft aufrütteln
Götschi arbeitet bereits wieder an einem neuen Buch. Mit «Mandelblütenhonig» möchte sie die Gesellschaft aufrütteln. Silvia Götschi schreibt über eine düstere Wirtschaftslage, eine schwierige und unsichere Zeit. Psychopathische Staatenführer, mutierteViren und eine Suizidgesellschaft. «Ich erzähle von Menschen zwischen Zuversicht und Hoffnungslosigkeit.» Eine Geschichte vor den Kulissen einer untergehenden Konsumgesellschaft.

Umgang mit Sprache pflegen
Götschi sagt von sich selbst, dass, je mehr sie schreibe, umso geübter werde sie im Umgang mit der Sprache. «Ein guter Schriftsteller nutzt 50 000 Wörter. Goethe benutzte bis zu 200 000 Wörter», sagt die Autorin.

Götschi liebt es, die deutsche Sprachkultur zu pflegen. «Ich finde es schrecklich, wenn Menschen in der SMS-Sprache sprechen und keine ganzen Sätze bilden.» Die Liebe zur deutschen Literatur hat sie dazu gebracht, die Literaturwerkstatt ins Leben zu rufen. «Allein schon die Tatsache, dass ein deutsches Wörterbuch ungefähr 500 000 Wörter umfasst, zeigt, dass die deutsche Sprache wie keine andere sehr vielschichtig ist», betont sie. Götschi hilft in ihrer Schreibwerkstatt angehenden Autoren, Schritt für Schritt Texte zu schreiben.

«Bei mir lernt man unter anderem, wie man Leben in die Sprache bringt, einen umständlichen Satzbau verhindert und wie man geschraubten Fachjargon vereinfachen kann», erklärt Götschi. Und da im Wenigen oft mehr ist, lehrt sie auch, Überflüssiges zu streichen und Bandwurmsätze zu kürzen.
«Sonnensturm»
Verlag Reinhold Liebig, ISBN 978-3-9523514-3-7

Weitere Infos …
literaturwerkstatt.ch
Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

22.07.2009

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schwyzkultur.ch/heWcNa