Sunita Abplanalp und Andrea De Moliner feierten ihr 10-Jahr-Jubiläum der gemeinsamen Musik und Konzerte.
Sunita Abplanalp und Andrea De Moliner feierten ihr 10-Jahr-Jubiläum der gemeinsamen Musik und Konzerte.

Musik

Abplanalps Geigenbogen als Zauberstab

Sunita Abplanalp, Violine, und Andrea De Moliner, Klavier, verzauberten das Publikum in der Reihe «Beflügelte Montage» mit ihrer Musik der Extraklasse.

Der Geigenbogen entlockte den Saiten Klänge, die das Publikum in eine andere Welt entrücken liessen. Mit einem tränenden und einem lachenden Auge spielte Sunita Abplanalp ihr vorerst letztes solistisches Konzert. Lachend, weil sie in den vergangenen 12 Jahren mit ihrer Musik so viele Herzen erfreut hatte und sich nun auf eine neue Herausforderung als Medizinstudentin freut; tränend, weil es das Ende eines sehr intensiven und unvergesslichen musikalischen Lebensabschnittes ist. Nach diesem solistischen Abschlusskonzert wird Sunita Abplanalp weiterhin konzertant tätig sein, einfach in einem anderen Rahmen. Sie wird den kammermusikalischen Bereich weiter ausbauen und bereits am 12. September 2016 in der Reihe der «Beflügelten Montage» mit ihrem Klaviertrio zusammen mit Milena Kowarik und Anna Bertogna auftreten.

Frühlingserwachen

Zum Frühlingsanfang stand als erstes Werk die «Frühlingssonate» von Ludwig van Beethoven auf dem Programm, und tatsächlich: der Aufbruch, neues Leben, Wärme, Vogelgezwitscher, erste Sonnenstrahlen – das wurde in der Musik spürbar, durchaus verbunden auch mit melancholischen Passagen. Die vorwiegend heitere Stimmung und die fliessenden Melodien erinnerten stark an die langsam erwachende Natur. Sunita Abplanalp und Andrea De Moliner wussten all diesen Gefühlen den richtigen und passenden Ausdruck zu verleihen und liessen die Zuhörer das Frühlingsgefühl erleben. «Nach einemTraum» hiess denn auch das nächste Stück von Gabriel Fauré. Der französische Komponist hat hier das langsame Aufwachen nach einem tiefen Schlaf und Träumerei von erfüllter Liebe in seiner Musik mit viel Gefühl umgesetzt. Die beiden Musiker spielten diese romantischen Klänge, sodass die Augen des Publikums geschlossen waren und alle ihren eigenen Träumen nachgehen durften.

Winterlandschaft

Im Gegensatz dazu stand das Violinkonzert von Jean Sibelius, das eine schroffe Winterlandschaft im Norden, durch die ein eisiger Wind pfeift, widerspiegeln sollte. Sunita beeindruckte durch ihr Virtuosität und ihr technisches Können, das Ohr hatte ab und zu Mühe, den schnellen Läufen zu folgen, sowie die Augen dem Geigenbogen, der über die Saiten flitzte – eine Ohren- und Augenweide. Andrea und Sunita zogen das Publikum mit ihrer ausdruckstarken Interpretation in den Bann. «Das ist das Lieblingsstück meiner Mutter, das ich ihr heute ganz speziell widmen möchte» sagte Sunita Abplanalp die Romanze an.

Fulminanter Abschluss

Nach der fegenden Kälte erklangen die ergreifenden Klänge der Romanze in F-Dur von Ludwig van Beethoven. Sunita und Andrea gelang es, durch die wunderbar gespielten lyrischen Melodien die Zuhörer von der eisigen Kälte in eine friedvolle und entspannte Stimmung zurückzuführen. Bei der «Introduktion und Rondo capriccioso» von Camille Saint-Saëns konnte Sunita Abplanalp noch einmal alle Register ihres Könnens zeigen. Das Werk trägt eine immense Vielfalt von Passagen auf höchstem technischen Niveau in sich, die von den Musikern auf eine souveräne Art sehr temperamentvoll und virtuos präsentiert wurde. Nach einem anhaltenden und tosenden Applaus mit Standing Ovations folgten zwei Zugaben, die «Meditation» von Jules Massenet und der beliebte «Csárdás» von Vittorio Monti, das erste Stück zum Träumen, das zweite zum mit Freudegefühlen Mittanzen.

Vielseitigkeit

Das vielseitige Programm zeigte alle Facetten der Musik, vom eisigen Wind in der kalten Winterlandschaft bis zu der romantischenWärme des Frühlingserwachens. Genau so vielseitig ist das Leben von Sunita Abplanalp, die nun im Sommer nach abgeschlossenem Master of Arts in Musicmit dem Schwerpunkt Performance das Medizinstudium in Angriff nehmen wird. Die beiden Musikerinnen überzeugten durch ihr harmonisches Zusammenspiel. Die Worte von Nadia Tattersall, Präsidentin des Vereins Beflügelt, wurden vollumgänglich umgesetzt: «Sunita ist ein Naturtalent und verzaubert mit ihren Geigenklängen die Herzen des Publikums. Sie spielt mit einem wunderbaren Charisma und viel Humor, ohne je einen

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

30.03.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/siNvNq