Die verliebten Schwestern Fiordiligi (Jelena Dojcinovic, Sopran) und Dorabella (Amanda Schweri, Sopran) schwärmen zu Beginn noch glücklich von ihren ursprünglichen Geliebten. Bild: Ruth Auf der Maur
Die verliebten Schwestern Fiordiligi (Jelena Dojcinovic, Sopran) und Dorabella (Amanda Schweri, Sopran) schwärmen zu Beginn noch glücklich von ihren ursprünglichen Geliebten. Bild: Ruth Auf der Maur

Musik

Das Operndebüt  ist geglückt

Die bekannte Oper von Mozart «Cosi fan tutte» («So machen es alle») rund um die Treue fand im Monséjour grossen Anklang.

Spielt denn nun das Orchester heute auf der Bühne oder vor der Bühne – wie im Orchestergraben? Wie werden sich die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne bewegen, und wie wird die Oper schauspielerisch bewältigt?

DasThema Liebe und Treue – ein zentralesThema Mozarts

Zum Inhalt von «Cosi fan tutte»: Die zwei Offiziere Ferrando (Andi Früh, Tenor) und Guglielmo (Wolf Latzel, Bariton) schwärmen Don Alfonso, einem alten Philosophen (Claudio Danuser,Bass; eingesprungen für den krankheitshalber ausgefallenen Milcho Borovinov, Bass) vor, wie sie ihre Frauen lieben würden und dass diese diesen niemals untreu werden könnten. Der zynische Don Alfonso mit Lebenserfahrung schlägt den jungen Verlobten eine Wette vor: Wenn ihre zwei Geliebten Fiordiligi (Jelena Dojcinovic, Sopran) und Dorabella (AmandaSchweri, Sopran) ihnen untreu würden, würde Don Alfonso die Wette gewinnen. Direkt nach Abschluss der Wette holt er die bestechliche Kammerzofe Despina (Stephanie Ritz, Sopran) ins Boot, damit sie die beiden vornehmen Schwestern zur Untreue anstiftet. Mit durchtriebener List schafft schliesslich Despina, die zusätzlich in zwei amüsanten Hosenrollen brilliert (Doktor, Notar), das am Anfang Unvorstellbare: Fiordiligi und Dorabella verlieben sich in zwei neue Verehrer und verheiraten sich mit ihnen. Das Skurrile am ganzen Treuetest:Die beiden «neuen » adligen Männer aus Albanien sind niemand anders als die mit Schnauz, Brille und Hut maskierten Ferrando und Guglielmo. Das stattliche Sinfonieorchester in klassischer Besetzung war trotz Folie im Vordergrund, welche die Kulisse für die sechs Solistinnen und Solisten bildete, wunderbar hörbar und begleitete dieSolistinnen und Solisten hervorragend. Ausserdem wurde der italienisch gesungene Text via Folie auf Deutsch übersetzt. Mit Lichteffekten wurden die verschiedenen Stimmungen und die Orte des Geschehens untermalt. Damit das Orchester optimalen Kontakt mit den Sängerinnen und Sängern halten konnte, waren letztere über Kameras und Bildschirme hinten sichtbar.

Eine Top-Regisseurin schafft Spannung mit wenigen Mitteln

Barbara Schlumpf , eine Meisterin ihres Fachs, hatte man als Regisseurin und Dramaturgin gewinnen können. Die Sängerinnen und Sänger verweilten meistens an ihrem angestammten Platz und sangen oder schauspielerten von dort aus. Mit Mimik,Gestik oder kleinen Requisiten unterstützten sie wirkungsvoll die szenischen Texte, die als deutsche Dialoge aus den Rezitativen der Oper übersetzt worden waren. Zum Glück gab es trotz des«Ausrutschers» der Frauen ein Happy End, und die Besucherinnen und Besucher konnten nach zweieinhalb Stunden toller Musik und Unterhaltung nach Hause entlassen werden.

Bote der Urschweiz (Ruth Auf der Maur)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

06.02.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/arg89Y