Die vier Brüder Hess: Walti (links), Kari, Franz und Hans. Bild: PD
Die vier Brüder Hess: Walti (links), Kari, Franz und Hans. Bild: PD

Musik

Ein halbes Leben fürdie Volksmusik

Die Kapelle Gebrüder Hess ist seit 50 Jahren in der Schweizer Ländlermusik unterwegs. Sie widmet ihre Auftritte dieses Jahr ihrem Jubiläum, und ans Aufhören denkt man noch lange nicht.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte auf dem Hof Grünhalde oberhalb der Gesslerburg in Küssnacht, als unter den elf Kindern schon früh das Interesse für die einheimische Musik geweckt wurde. Automechaniker-Stift Hans sparte seinen Lehrlingslohn zusammen und konnte von seinem Chef für hundert Franken eine Handorgel kaufen. Wenig später besass auch Walter eine eigene Handorgel, und Kari erschien mit einer Bassgeige, womit der Grundstein für die Familienkapelle Gebrüder Hess gelegt war. Bruder Alois war der Mann am Klavier, zog dann aber aus Küssnacht weg und wurde von Franz ersetzt.

1967 erster Auftritt an der Kilbi in Unterschächen

Den ersten öffentlichen Auftritt hatten die Gebrüder Hess im Kanton Uri an der Sennenkilbi in Unterschächen. Vom Nachmittag an spielten sie einen «Ländlermarathon », obwohl das Repertoire noch sehr beschränktwar, bis in die Morgenstunden hinein. Da wurde der eine oder andere Titel wohl bestimmt mehrmals vorgetragen, was die tanzfreudigen Urner keineswegs störte. Es war üblich, dass zur damaligen Zeit die Tanzkapellen vom Nachmittag bis in den andern Morgen hinein zwölf und mehr Stunden aufspielten. «Das war an der Steiner Chilbi bei der Löwen-Romy so, am Stöckmärcht in Unteriberg oder am Greiflerabend in Lauerz», erinnert sich Franz Hess zurück. Ein achtstündiger Musikertag sei heute schon noch möglich, aber eher unüblich, erklären die vier fröhlichen Musiker. Die «rassige und urchige Handorgelmusik» der Gebrüder Hess hatte sich schnell herumgesprochen, so dass das Quartett bis heute an mehreren Tausend Anlässen aufgespielt hat. Dazu kamen viele Auftritte in Radio und Fernsehsendungen, auf Reisen wie beispielsweise nach Ägypten. Als prägendes Erlebnis bleibt das Musizieren der vier Küssnachter zusammen mit dem originellen Schwyzer Bassisten «Syti Domini» auf den Pyramiden in Erinnerung.

1979 erste Langspielplatte produziert

Die erste Langspielplatte und Kassette wurde unter dem Titel «AdeSenneChilbi » 1979 produziert, weitere folgten, und ab 1985 wurde die LP durch die CD ersetzt. Trotz den vielen Engagements verpassten die Gebrüder Hess keinen einzigen Auftritt. «Es kam schon mal vor, dass es zu den Auftritten wegen Stau oder Unfällen sehr knapp wurde oder eine kleine Luftseilbahn stockte, weil die vier Musiker zu schwer waren», erzählt Franz Hess, Leiter der Musikschule Küssnacht.

2017 wird Jubiläum mit Radiosendung gefeiert

Die nächste «Hess-Generation» ist musikalisch auch schon am Werk. Die beiden Brüder Bruno (Handorgel) und Martin (Bass) bilden zusammen mit ihrem Cousin Pascal (Handorgel) sowie ihrem Onkel FranzamKlavier seit 25 Jahrendie Formation «Ländlerhess». Ab und zu hilft auch Chläusi Hess mit, sodass aus dem ursprünglichen Handorgelduo Pascal und Franz Hess der Name «Ländlerhess» entstanden ist. Alle Auftritte der Küssnachter Gebrüder Hess in diesem Jahr seien dem Jubiläum gewidmet, erklärt Franz Hess, so vor allem in der Radiosendung «Zooge-n-am Booge» am 22. September auf der Seebodenalp. Dazu kommt eine Ländler-Flussfahrt auf der Moldau und der Elbe im Oktober. «Die Freude an der Volksmusik ist weiterhin gross, aufhören werden wir deshalb so schnell nicht», schaut Franz Hess in die Zukunft.

Bote der Urschweiz (Kurt Zurfluh)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.02.2017

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schwyzkultur.ch/VCiVQs