Schweizer Musiknachwuchs musizierte für Waisenkinder in Japan: Jeanine Allenspach (Querflöte) und Daniela Baumann (Klavier). Bild Patrick Kenel
Schweizer Musiknachwuchs musizierte für Waisenkinder in Japan: Jeanine Allenspach (Querflöte) und Daniela Baumann (Klavier). Bild Patrick Kenel

Musik

Konzert für Tsunami-Opfer

Jugendliche von 12 bis 22 Jahren demonstrierten ihr musikalisches Können am Benefizkonzert zugunsten japanischer Tsunami-Opfer in der reformierten Kirche.

Obwohl Fukushima weit entfernt ist, haben der Tsunami vom 11. März 2011 und der Unfall im dortigen Kernkraftwerk eine weit verbreitete Betroffenheit ausgelöst. In der Zentralschweiz haben Auslandjapaner schon im Mai 2011 ein erstes Benefizkonzert durchgeführt. Zum zweiten Jahrestag fand in der reformierten Kirche Küssnacht schon das fünfte Klassikkonzert in dieser Reihe statt. Wiederum traten dabei junge Schweizer Musiker auf, die alle als Jugendmusikpreisträger ihrTalent unter Beweis gestellt haben. Die in Küssnacht lebende Organisatorin Rei Tasaki stammt selbst nicht aus der betroffenen Region Fukushima. Zu dieser Solidaritätsaktion hat die Sopranistin jedoch ihr Draht zur klassischen Musik bewogen. So sagt sie: «Japanische Kinder wachsen mit musikalischer Bildung auf, ob mit klassischen oder einheimischen Instrumenten.»

Symbolhaftes Gedenken

Unter den rund 50 Konzertbesuchern stammten viele aus Japan. Sie wurden mit einem aus Papier gebastelten Origami- Kranich als Glücksbringer empfangen. Sprecherin Kyoko Ginsig führte mit bedachtenWorten durch das in vier Teile gegliederte Programm. Selbst nach einer Katastrophe sollte nicht nur auf die düstere Seite der Natur geschaut werden. Als Beispiel erwähnte sie die schöne, vom Schnee geformte Winterlandschaft in diesen Tagen. Auch in Japan sind seit dem Unglück schon mehrere Jahreszeiten eingekehrt. «Nach zwei Jahren macht der Wiederaufbau langsam sichtbare Fortschritte, die psychischen Wunden heilen nur sehr langsam», sagte Ginsig. Mit Musik sollte für die Zukunft Hoffnung gemacht werden.

Besinnlich

Das letzte der sieben anspruchsvollen Klassikwerke, unter anderem von Bach und Schubert, bildeten die «Variationen über ein eigenes Thema» von Henryk Wienawski, von der 13- jährigen Elea Nick auf ihrer Violine vorgetragen. Erst nach diesem beschwingten Finale sollte das Publikum applaudieren, um die recht besinnliche Atmosphäre des Konzerts zu wahren. Die mit dem Konzert gesammelten Spenden fliessen an den Stipendienfonds der Region Fukushima. Mittels Stipendien sollen die rund 2000 Waisen der Tsunami-Katastrophe eine monatliche Unterstützung für ihre Ausbildung erhalten, wie Tasaki erklärte.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

05.03.2013

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schwyzkultur.ch/fsEAxK