Daniel Rohr las von und über Franz Schubert.
Daniel Rohr las von und über Franz Schubert.

Musik

Schubert genial interpretiert

Die Konzertreihe Küssnacht Klassik startete am Sonntag mit einem hochkarätigen Abend, der die Zuhörer auf eine Zeitreise zu Franz Schubert (1797–1828) entführte.

Das Leben des Komponisten erstand in Musik und klug ausgewählten Texten (gelesen von Daniel Rohr) höchst anschaulich. Vom Beginn seines Musikerlebens als neunjähriger Singknabe bis zu seinem frühen Tod konnte man nachvollziehen, was in Schuberts Leben wesentlich war – Musik und Freundschaft. Das renommierte Schweizer casalQuartett (Felix Froschhammer und Rachel Späth, Violine, Markus Fleck, Viola, und Andreas Fleck, Cello) war genialer Interpret der Klangkunst Schuberts. Die Quartettsätze wurden chronologisch zwischen den Auszügen aus Briefen und Tagebüchern gespielt, sodass die zeitliche Verbindung stets klar hervortrat.

«Ist das schön»

Von erster Verliebtheit las Daniel Rohr, was in zwei Sätzen aus Quartett D 87 (1813) wunderbar hörbar wurde. Ausdrucksvoll, hingebungsvoll musizierten die Künstler, ausgefeilt bis in kleinste Nuancen. Da Schubert von Mozarts Musik in höchsten Tönen schwärmte, wurde auch Mozart gespielt. Das «Andante cantabile» aus KV 465, in dem Froschhammer die Melodie zart ausmalte, atmete innere Ruhe und Tiefe. Wobei ein plötzliches «Aufbegehren» zu Schuberts Quartettsatz c-Moll D 703 führte, der den ersten Teil abschloss. Die Musiker nahmen intensiv aufeinander Bezug – das machte den ersten Satz aus dem «Rosamunde»-Quartett zu einem weiteren Höhepunkt. Immer wieder schien nun in den Texten die Qual Schuberts auf, nicht mehr gesund zu sein, ohne Geld, ohne Freunde. Das wurde im Themensatz aus «Der Tod und das Mädchen» mit bis an die Grenzen gehendem Pianissimo, dazwischen einer Intensivierung, hörbar, die Daniel Rohr zum spontanen «Ist das schön!» veranlasste, bevor er weiterlesen konnte. Das Scherzo aus diesem Quartett zeigte Wucht und filigrane Auflösung, die sich dann in Schuberts letztem Quartett G-Dur D 887 noch steigerte. Mit phänomenal farbenreicher Tongebung wurden die Todesverkündigung und Rhythmusverherrlichung in Schuberts später Musik ergreifend gestaltet. Und mit dem Lied «Wegweiser» aus der Winterreise, in der Streichquartettfassung ungemein intensiv, endete diese grossartige Schubertiade.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.06.2014

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schwyzkultur.ch/LUvSYN