Soundtüftler an seinem Tisch: Der Küssnachter Schlagzeuger Roland Bucher liebt Geräusche. Seine Konzerte improvisiert er jeweils. Bild Roger Harrison
Soundtüftler an seinem Tisch: Der Küssnachter Schlagzeuger Roland Bucher liebt Geräusche. Seine Konzerte improvisiert er jeweils. Bild Roger Harrison
Tischlein, deck dich mit Klängen - 1

Musik

Tischlein, deck dich mit Klängen

Roland Bucher hat ein Instrument erfunden: den Noise Table – den Klangtisch. Mit diesem kann er elektronische Musik produzieren, Klangwelten, in die man eintauchen kann.

Der Tisch ist eigentlich einfach zu bedienen. Man sitze an ihn heran, nehme ein Klötzchen oder einen klingenden Gegenstand und lege diesen auf die Tischmitte. So ertönen Klänge, die zusammengewürfelt ein Ganzes ergeben. So einfach das gesamte Instrument zu bedienen ist, so komplex ist dessen Herstellung und Funktionsweise. Roland Bucher ist Schlagzeuger und stets auf der Suche nach neuen Klängen, Tönen, Geräuschen, Klangbildern. Elektronische Musik fasziniert ihn. «Ich wollte jedoch nicht nur hinter dem Computer sitzen, um diese Art von Musik zu erzeugen», erklärt er. Er wollte einen neuen Weg finden. Dazu hat er den Noise Table erfunden. Er hat diesen selber konstruiert und dann mithilfe seines Bruders Pius, der Schreiner ist, gebaut.

«Nicht tanzbar»

Für seine Sounds braucht Roland Bucher seinen Tisch und die dazugehörenden Gegenstände, die allesamt speziell codiert sind. Der Tisch hat in der Mitte eine Glasplatte. Auf diese ist vom Boden her eine Kamera gerichtet. Diese Kamera ist wiederum mit einem Computer verbunden, auf welchem das Musikprogramm Max MPS läuft. Die Klangobjekte können live aufgenommen werden. Fährt Roland Bucher danach mit diesen codierten Gegenstände über die Glasplatte, erkennt die Kamera und schliesslich der Computer den dazugehörenden Klang. So wird der Klang elektronisch wiedergegeben. Roland Bucher hat sein Instrument vor zwei Jahren fertiggestellt, mittlerweile hat er es erlernt, darauf zu spielen. «Wie man auch lernen muss, Gitarre oder Schlagzeug zu spielen, musste ich es erlernen, auf dem Noise Table zu spielen», sagt er.

Übung macht den Meister

Stundenlang tüftelt Bucher in seinem Musikzimmer an Sounds, Klangteppichen. «Mit dem Noise Table kann ich nicht rhythmisch spielen, nur geräuschhaft », sagt er. Dies war auch die Grundidee. Es ging nicht darum, die Tonleiter spielen zu können, sondern abstrakte Geräuschkulissen zu produzieren. Experimentelle Kombinationen von Klängen und Geräuschen stehen im Vordergrund. «Die Musik ist nicht tanzbar», lacht Roland Bucher. Dafür erwartet den Zuhörer ein aussergewöhnliches Klangerlebnis. «Am liebsten habe ich es, wenn meine Zuhörer sich hinsetzen und so richtig auf das Experiment einlassen, sozusagen in meine Klangwelten eintauchen», sagt Roli Bucher.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

02.05.2012

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www.schwyzkultur.ch/ZQhsKd