Inszenierung à la Blind Butcher: Die Weidliband mit Christian Aregger (hinten in der Mitte) und Roland Bucher (ganz rechts). Bild: PD
Inszenierung à la Blind Butcher: Die Weidliband mit Christian Aregger (hinten in der Mitte) und Roland Bucher (ganz rechts). Bild: PD

Musik

Wenn die Weidliband auf Blind Butcher trifft, wird es intergalaktisch

«The Intergalactics» nennen sie sich und bringen auch Töne aus anderen Sphären auf die Bühne. Die Musiker Roland Bucher und Christian Aregger machen mit Menschen der Stiftung Weidli Musik – als Projekt für die Stanser Musiktage.

Mit Roland Bucher sprach Nicole Auf der Maur


Nicole Auf der Maur: Wie kam es zum Projekt «The Intergalactics»?


Roland Bucher: Die Stanser Musiktage haben uns letzten Sommer angefragt, ob wir Lust hätten, ein Projekt mit der Weidliband aus Stans auf die Beine zu stellen.


Wer ist die Weidliband?


Die Weidliband ist eine Musikgruppe mit beeinträchtigten Menschen, welche wöchentlich zusammen proben. Die Stanser Musiktage bringen jedes Jahr Bands auf die Bühne, in welchen Menschen mit einer Beeinträchtigung mitspielen. Aus Blind Butcher und der Weidliband ist nun The Intergalactics entstanden.


Wie ist es, mit den Menschen mit einer Beeinträchtigung zu arbeiten?


Für uns war das eine neue Erfahrung. Wir mussten erst herausfinden, wie wir gut zusammenarbeiten können. Das war eine Herausforderung, aber gleichzeitig auch sehr bereichernd.


Kommen viele Ideen von den Mitgliedern der Weidliband?


Wir versuchen möglichst viele Ideen von ihnen einzubeziehen und umzusetzen. Wir haben am Anfang der Proben viel Zeit investiert, um ihre Stärken und Leidenschaften zu finden.


Kann man den Auftritt überhaupt planen?


Wir haben zur Musik eine ziemlich aufwendige Bühnenshow. Somit muss schon einiges geplant sein und idealerweise auch so funktionieren, wie wir es abgemacht haben. Aber andererseits hoffen wir natürlich auch, dass es ein paar unerwartete Überraschungen gibt.


Wie oft haben Sie geprobt?


Viel! Seit Mitte Januar sind wir wöchentlich zusammen am Proben.


Wie wurden die Songs ausgewählt?


Wir haben versucht, möglichst viele Einflüsse von der Weidliband miteinzubeziehen. Wir haben dann die Songs ausgewählt, bei denen wir das am besten verwirklichen konnten. Das Programm dauert rund 75 Minuten und beinhaltet 13 Songs.


Wann ist der grosse Auftritt?


Am Freitag, 13. April, im Theater an der Mürg in Stans um 21 Uhr.


Wie sieht die Instrumentierung aus?


The Intergalactis sind eine siebenköpfige Band mit akustischen und elektrischen Schlagzeugen, Gitarre, Synthesizer, Schwyzerörgeli, Synthesizer-Bässen, verschiedenen Effektgeräten und Stimmen.


Was nehmen Sie aus diesem Projekt mit?


Viele neue Erfahrungen und schöne Begegnungen. Die Menschen der Weidliband sind uns inzwischen sehr ans Herz gewachsen.


 


Überraschungen auf allen Seiten


Stans - Das Duo Blind Butcher spannt mit Menschen der Stiftung Weidli zusammen und treibt die Musik zu neuen Ufern. Es rockt und rollt und flasht, wenn Blind Butcher in ihren skurrilen Bodysuits von der Bühne herunterpowern. Ihr Sound ist ein schillerndes Gemisch aus Punk, Disco, Wave, Rock und Dada- Trash. Die Einflüsse werden auf grösstmögliche Reduktion eingedampft und dennoch zur Blüte getrieben. Ein harter Beat pulst die Songs voran, eine dreckigsouveräne Gitarre besorgt die Gutzis und den Glitter. Das Duo mit Christian Aregger und dem Küssnachter Roland Bucher, die beide in der Künstlergemeinschaft Gelbes Haus in Luzern wohnen und arbeiten, bringt Musik und ihre Wirkung auf einen träfen Nenner. Rau kommt vor komplex, was zählt, sind Energie, Spielfreude und ein dadaistischer Humor. Zwei Alben wurden bisher veröffentlicht, an zahlreichen Konzerten im In- und Ausland haben sie ihren Sound geschärft. Verwandlungsfähig, wie sie sind, lassen sich die beiden Protagonisten nicht etikettieren und sind immer für eine Überraschung gut. An den Musiktagen kooperieren sie mit fünf Musikerinnen und Musikern der Stiftung Weidli, die beeinträchtigten Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und sie auf diesem Weg begleitet. Was eignet sich besser als Musik, um Grenzen abzubauen und vermeintliche Normalitäten zu verschieben? Der Do-it-yourself-Power von Blind Butcher ist eine hervorragende Ausgangslage, um Energien zu teilen, musikalische Talente wachzurufen und gemeinsam in oft wunderbare Klangwelten vorzustossen. (red)


Bote der Urschweiz / Nicole Auf der Maur

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

06.04.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/vSjwAu