«Geburtstagskind» aufgeführt: Musikanten der Feldmusik spielten die seit 1912 bestehende und von Josef Trutmann sel. komponierte Klausenmelodie. Bilder Franz Hess
«Geburtstagskind» aufgeführt: Musikanten der Feldmusik spielten die seit 1912 bestehende und von Josef Trutmann sel. komponierte Klausenmelodie. Bilder Franz Hess
Ehrung posthum: (von links) Armin Trutmann (Ehrenmitglied der SNGK und Sohn von Josef Trutmann) und Dominik Brunner (Urgrosskind von Josef Trutmann) präsentieren die goldene CD.
Ehrung posthum: (von links) Armin Trutmann (Ehrenmitglied der SNGK und Sohn von Josef Trutmann) und Dominik Brunner (Urgrosskind von Josef Trutmann) präsentieren die goldene CD.

Volkskultur

Klausenmelodie als Klingelton

Die St. Niklausengesellschaft Küssnacht feierte an ihrer Generalversammlung den 100. Geburtstag der Klausenmelodie. Josef Trutmann sel. spielte 1912 erstmals den heute noch verwendeten Dur-Dreiklang.

Die Generalversammlung der St. Niklausengesellschaft Küssnacht (SNGK) am vergangenen Mittwochabend war mit über 600 Personen sehr gut besucht. Der Saal im «Monséjour» in Küssnacht war restlos gefüllt. Der Protagonist an diesem Abend ist 1961 gestorben: Dachdeckermeister Josef Trutmann spielte 1912 erstmals auf der Trompete den Dur-Dreiklang, der heute zum Charakteristikum des Küssnachter Klausjagens geworden ist. 100 Jahre später wurde nun dieses Jubiläum gefeiert, und anstelle des verstorbenen Komponisten durften dessen Sohn Armin Trutmann (Ehrenmitglied SNGK) und Urenkel Dominik Brunner je eine goldene CD mit der historischen Melodie entgegennehmen. SNGK-Vorstandsmitglied Franz Hess erklärte in seiner Laudatio die Entstehung des in den 20er-Jahren hinzugekommenen Textes: «Klemenz Ulrich – Bezirksammann 1920–24 – schritt energisch gegen Störungen der öffentlichen Ruhe ein, sehr zum Leidwesen der ungebärdigen Klausjäger. Ihr Trotzruf gegen die ordnende Hand des Staates lautete nun nach der Klausenmelodie ‹Mänz, Mänz, Mänz, Bodefridimänz›, womit ihm wohl als einzigem ehemaligem Bezirksammann ein unsterblicher Name im Gedächtnis der Nachwelt gesichert ist.» Ab sofort wird die Klausenmelodie auf der Vereins-Homepage www.klausjagen.ch als Handy-Klingelton zum Herunterladen angeboten.

Samichlaus und Schmutzli

Präsident René Räber stellte an der Generalversammlung zufrieden fest, dass mit demAbholen des Samichlauses im Wald die Chlausenzeit lanciert sei, und machte darauf aufmerksam, dass ab sofort mehrere Samichlausgruppen mit Schmutzli unterwegs seien. Der Höhepunkt der Küssnachter Chlausentradition wird am Mittwoch, 5. Dezember, mit dem Klausjagen stattfinden. Gestartet wird um 20.15 Uhr.

Infos

www.chlausjagen.ch



Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

01.12.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/dQK8S1