Strassenschmuck: Themenbezogene Strassenreliefs schmücken nun die Chlausjägergasse. (Bild: Bruno Facchin)
Strassenschmuck: Themenbezogene Strassenreliefs schmücken nun die Chlausjägergasse. (Bild: Bruno Facchin)

Volkskultur

Klausjäger haben eigene «Promenade»

Die Küssnachter Klausjäger haben nun ihre eigene Promenade. Am Freitag wurden in der Chlausjägergasse die Reliefs im Belag und der Chlausenbrunnen enthüllt. Es war ein Volksfest, und alle erhielten Fondue aus dem grossen Kessi.

Küssnacht fiebert bereits seit Anfang Monat dem traditionellen Klausjagen entgegen. Auf Strassen und Plätzen wird geübt, und am Freitag fand ein erster offizieller Höhepunkt in der heurigen «Jägerzeit» statt. Es war ein Moment, auf den alle lange gewartet hatten, als mit einem Böllerschuss der Festakt zur Enthüllung der Strassenreliefs und natürlich des neuen Chlausenbrunnens gestartet wurde.

Volk trotzte dem Wetter

Trotz miesem Wetter war in der Chlausengasse, vor allem vor dem Widder, ein «Gschtungg», und bereits dieser Menschenauflauf war so etwas wie eine Hauptprobe für den «heiligsten Tag», wenn Abertausende von Besuchern in Küssnacht das nächtliche Treiben der Klausjäger mitverfolgen. Mit von der Partie waren Vertreter des Bezirks, vor allem aber von der Wasserversorgung, welche als Träger das Brunnenprojekt umsetzte. Dank der grosszügigen Spende (50 000 Franken) der «Volker-Görz-Stiftung» und mit einem Beitrag der Wasserversorgung (25 000 Franken) konnte der Brunnen gebaut werden. Mit frischemTrinkwasser wird er nun zu einem kleinen Denkmal für Küssnacht werden. Mit seinen farbigen, themenbezogenen Reliefbildern wird er vor allem in den Nachtstunden ein spezielles Bild in der engen Chlausjägergasse abgeben.

Segen, Feuerwerk und Fondue

Kurz nach 19 Uhr wurden unter tosendem Applaus die Strassenreliefs von Jugendlichen enthüllt, und diesem Akt ging an jedem Standort ein Feuerwerk mit grossen Vulkanen voraus. Es roch bereits nach Käsefondue, das in drei grossen Kessi über dem offenen Feuer zubereitet und später gratis an die Bevölkerung abgegeben wurde. Der letzte offizielle Akt war dann die Enthüllung des Brunnens und die Einsegnung durch Pfarrer Werner Fleischmann. Vorerst aber öffnete Brunnenmeister Beat Waldispühl den Strassenschieber, damit der Brunnen mit frischem Küssnachter Trinkwasser versorgt werden kann. Pfarrer Fleischmann erwähnte, dass in seinem Buch mit Einsegnungstexten nichts für die Klausjäger vorgesehensei. «Halten wir es demnach allgemein, denn es kommt ja auf die Absicht an.»

Weitere Infos

www.klausjagen.ch

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

15.11.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/Mg8QHt