Küssnacht als Kunst- und Kulturstadt: Darüber, also über Josefs meisterhafte Sonnenstore, oder die Klausjägergasse parodierte Cornel Dober (rechts) von der Gruppe Zündstoff mit Ernst Knüsel (links). Bild Nadja Tratschin
Küssnacht als Kunst- und Kulturstadt: Darüber, also über Josefs meisterhafte Sonnenstore, oder die Klausjägergasse parodierte Cornel Dober (rechts) von der Gruppe Zündstoff mit Ernst Knüsel (links). Bild Nadja Tratschin

Volkskultur

Zehn Gruppen an der Alten Fasnacht

Voll bepackt mit Sprüchen und Liedern für die Schnitzelbänke besuchten zehn Gruppen die Alte Fasnacht im Pflegezentrum Seematt. Dazu zählten die «Wöschbrättbüüch», die «Bianchirossi», die «Wöschwiiber», «Zündstoff», «Preyercaller» und die «Besserwisser». Als Einzelpersonen traten «Juliette», «Rosa», der «Grünschnabel» und der «Clochard» auf.

«Die Alte Fasnacht ist schon toll, das Pflegezentrum Seematt ist wieder bis auf den letzten Platz voll.» Diese Worte rief «Juliette» laut und mit viel Freude durchs Publikum, als sie als Zeitungsfrau die Gäste begrüsste. Für «Juliette» alias Megy Imhof wie alle anderen Einzelkünstler und Gruppen stellt der Auftritt im «Seematt» die Generalprobe für den gestrigen Schnitzelbankabend dar. Nur im «Seematt» haben zudem alle die Chance, alle andern Gruppen auch zu sehen. Auf der anschliessenden Tour verteilten sich die Gruppen und besuchten nacheinander die Restaurants Bahnhöfli, Frohsinn, Gotthard, Sternen, Adler, Engel, Hirschen, Rössli, Seehof, Widder und Hürtel.

Früherer Start

Heuer startete die Alte Fasnacht um 14.30 Uhr, zum ersten Mal also eine halbe Stunde früher. «So müssen die Heimbewohner weniger lang warten, bis es beginnt, und die Gruppen haben mehr Zeit, sowohl für ihre Darbietungen als auch für eine wohlverdiente Pause mit Nachtessen bei uns im ‹Seematt› », verriet Geschäftsführer Marco Keller-Hänggi. Nebst ein paar zeitlich versetzten Einsätzen, die für ein paar zusätzliche Lacher bei den Künstlern wie auch den Gästen sorgten, merkte keiner, dass es sich bei den Auftritten um die Generalprobe handelte.

Nerv der Zeit getroffen

Alle Einzelkünstler und Gruppen trumpften mit Themen auf, die den Nerv der Zeit und insbesondere des letzten Jahres trafen. Das vom Stimmvolk abgelehnte Parkhaus Spirale beim Monséjour entpuppte sich als Thema, das fast alle in ihren Schnitzelbänken auf die Schippe nahmen. Die «Bianchirossi » meinten dazu: «Wir hätten gewettet, dass die Spirale würde fallieren, und empfahlen Carol dazu, etwas mehr zu studieren. Und wenn sie dem Parkhaus wirklich eine Chance zum Leben wollte geben, hätte sie halt kein Verhütungsmittel sollen nehmen.» Auch die Sonnenstorenkonstruktion vom «Swiss-Chalet», die laut Bundesgerichtsentscheid vollständig rückgebaut werden muss, gab viel Anlass zum Witzeln. Die beiden «Wöschbrättbüüch» Melk und Chresänzi trieben mit Josefs Sonnenstoren ihren Spass. Clochard alias Remo Röllin entsetzte sich über die neue Kehrichttour und meinte dazu: «Als Clochard schlafe ich morgens meistens länger und nicht immer am selben Ort. Wie soll ich da noch meine Ruhe finden, wenn Hegglis Sammeltouren einmal oberhalb und einmal unterhalb der Bahnlinie durchfahren?»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

14.03.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/s4a8Lx