Die «dummi Täsche» vermochte trotz Publikumshilfe keine elf Banknoten abzuzählen. Bild Tanja Holzer
Die «dummi Täsche» vermochte trotz Publikumshilfe keine elf Banknoten abzuzählen. Bild Tanja Holzer

Bühne

Die Folgen von «Aufschieberitis» verzauberten

Mit 300 Zuschauern, trockenem Wetter und einer Menge magischer Lacher eröffnete Michel Gammenthaler mit seinem Programm «Wahnsinn» am Freitagabend das Lachfestival «lachä am sey».

Ganz ohne Anfang, kräftemässig jedoch ziemlich am Ende, eröffnete Michel Gammenthaler am Freitagabend das Lachfestival «lachä am sey» der Kulturgruppe Begägnig am Sey. In seiner Agenda stehe schon seit einer halben Ewigkeit: «Lachen, tollen Anfang kreieren.» Er sei jedoch gut in «Aufschieberitis», das tue er immer sofort, gestand Gammenthaler. Die Argumente für das Aufschieben waren dann auch zügig gefunden: «Stellen Sie sich vor, Sie haben alles erledigt, was machen Sie dann?» Gammenthaler entschied sich letztlich für einen Kartentrick.

Programm für Stress-Depressive

Anstatt damit erfolgreich durchzustarten, landete er deswegen im Vier-Punkte-Programm für Stress-Depressive und in der Klapsmühle. Dort begegnete er vielen Hilfswilligen, dem Professor sowie dem Entfesselungskünstler in «Rampensaurot». Der Charakter «Serge Widmer» entpuppte sich als «dummi Täsche» und schaffte es trotz zweier Helfer aus dem Publikum nicht, elf Zwanzigernoten sauber durchzuzählen. «Hedy Hegetschwiler» war nicht im Programm vorgesehen, sie begleitete nur ihren Betreuer. Mit zittriger Stimme und ganz viel Willenskraft demonstrierte sie die Low-Budget-Variante davon, wie einst Copperfield die Chinesische Mauer durchdrang. Bei ihr bestand die Mauer aus einem Jackett aus dem Publikum, und das Messer durchbohrte den edlen Stoff tatsächlich magisch.

Russisch undkirgisisch

Der russische Spiritist brachte Gammenthaler schliesslich mit einer parapsychologischen Behandlung den Heilerfolg. Das kirgisische Kampfschröpfen blieb ungenutzt, denn das Froschsekret brachte Gammenthaler wieder auf die Beine. Nun klappte zum Schluss auch der verblüffende Kartentrick. Den rund 300 Zuschauern gefiel der magische «Wahnsinn», und die Atmosphäre am See glänzte mit pünktlich trockenem Wetter und einzelnen Sonnenstrahlen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt / Tanja Holzer

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

06.06.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/HDaeBY