Weggefährte Dide Marfurt, «Örgelimaa» Markus Flückiger und «Giigemaa» Matthias Lincke liessen lang vergessene Musik wiederaufleben und begeisterten das Publikum. Bild zvg
Weggefährte Dide Marfurt, «Örgelimaa» Markus Flückiger und «Giigemaa» Matthias Lincke liessen lang vergessene Musik wiederaufleben und begeisterten das Publikum. Bild zvg

Bühne

Geiger schwebte durch das Publikum

Matthias Lincke veranstaltete seinen 23. Auftritt als «Giigemaa» im Fasson Theater in Lachen. Musikbegeisterte aus der Gegend trafen zusammen und genossen einen Musikabend von der speziellen Sorte.

Der gebürtige Appenzeller Matthias Lincke und sein Weggefährte Dide Marfurt veranlassten am Donnerstagabend auf der Bühne Fasson in Lachen viele Füsse zum Mitwippen. Zusammen mit Markus Flückiger, dem «Örgelimaa», öffneten die Musiker ein Fenster zu einer vergangenen Zeit, als Tanz- und Unterhaltungsmusik noch auf den Strassen gespielt und mitgetanzt wurde. Diese Musik entdeckte Lincke erst nach dem Spielen von vielen verschiedenen Musikstilen. Als er sich jedoch mit der Figur des Geigers beschäftigte, war er von ihr fasziniert – er hatte die passende Musikrichtung für sich gefunden. Und am Donnerstag erfreuten sich rund 30 Gäste seiner mittelalterlichen, Appenzeller Tanzmusik.

«Altfrentsch» wiederauferlebt

Die beiden Musiker Lincke und Marfurt sorgten voll und ganz dafür, dass dieser Konzertabend kein normaler werden sollte. Der Geiger Lincke schwebte durch das Publikum, während er die ersten Töne anspielte. An seinen Knöcheln befestigte er Schellen und als er im Takt hüpfte und stampfte, ergab dies ein spezieller Nebeneffekt. Im ersten Teil des Abends bekam man Appenzeller Tanzmusik – Altfrentsch – zu hören, bei der Marfurt mal die Drehlaier, die Tamburizza, die Bouzouki oder die Sackpfeife erklingen liess. Stolz verkündete Lincke, dass diese Altfrensch-Stücke erst vor einigen Jahren wieder aufgetaucht seien, obschon sie 1825 komponiert wurden. «Wir spielten jetzt vier Walzer aneinander aus der Zeit des Walzerwahnsinns, aber die scheint vorbei zu sein, wenn man die leere Tanzfläche anschaut», mit diesen Worten leitete Lincke die Gäste humorvoll durch den Abend. Nach vier Stücken stiess auch «Örgelimaa» Flückiger hinzu. Zu dritt gaben sie rassige Allemand-Walzer aus Gonten im Appenzell und Eigenkompositionen von Flückiger zum Besten: «Wir wissen, dass es ab und zu sehr wild wird in unseren Stücken, aber wie versuchen das extra für Sie in den Griff zu kriegen», sagte Lincke und hatte so scho wieder ein Lächeln in die Gesichter der Besucher gezaubert. Nach einer Pause war der Schwerpunkt nicht mehr die Altfrentsch-Musik, sondern Innerschwyzer Örgelimusik, was für Abwechslung sorgte.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

12.04.2010

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schwyzkultur.ch/CvA81B