Ingo Oschmann begeisterte mit viel Charme, spritzigem Humor und Achtzigerjahre-Flair. Bild Tanja Holzer
Ingo Oschmann begeisterte mit viel Charme, spritzigem Humor und Achtzigerjahre-Flair. Bild Tanja Holzer

Bühne

Lachfestival: Guter und spritziger Humor

Das diesjährige Lachfestival war mit Ingo Oschmann und Reto Zeller sowie prächtigem Frühsommerwetter ein unvergesslicher Comedy-Hit.

«Ist das der Hammer hier? Hallo Lachen!». Ingo Oschmann strahlte am Freitagabend auf der Bühne des Lachfestivals auf dem Seeplatz in Lachen und war sichtlich von der Lokalität begeistert. Der Comedian aus dem deutschen Bielefeld mag auch besonders den Schweizer Dialekt, und kurzerhand wanderte mit den «Finken» die Vogelzucht an die Füsse. «Alles, was ich heute sage, meine ich auch so», beteuerte Oschmann, und erzählte witzig, was ihn im Leben bewegt. Ein Zappelphilipp sei er gewesen und habe über die Kreativität von MacGyver gestaunt. Mit dem technischen und virtuellen Fortschritt war Oschmann nicht so Freund. Zur Erklärung für jüngere Generationen demonstrierte der Comedian die Geräuschewelt einer «Schal-Platte» (Schallplatte) anhand eines weissen Tuches und erklärte, eine Postkarte sei eine E-Mail zum Anfassen.

Lachens spezielle Atmosphäre

Vorbilder wie Paris Hilton standen der Botox-Party im Ameisenhaufen gegenüber. Mitten aus dem Leben und tief verwurzelt in den Achtzigerjahren traf Oschmann auch schon fast philosophische Töne: «Kochen ist sichtbar gemachte Liebe». Er bekannte sich zum Küchengeräte-Freak und empfahl jedem männlichen Single-Haushalt eine Zuckerwatte-Maschine. Die Standing Ovation zum Schluss rührte ihn sichtlich. Ein Tonmitschnitt auf einer MP3-CD mit signierter Hülle blieb vielen Besuchern als Andenken. Am zweiten Festivalabend mischte sich Oschmann selbst unters Publikum. Er hatte sich spontan entschieden, die spezielle Atmosphäre in Lachen weitere 24 Stunden zu geniessen.

Zellercontra Hägi

Auf der Bühne stand nun Reto Zeller alias Herbert Hägi, der schon fast schizophren zwischen den zwei Liedermachern wechselte und trotz Glatze durchaus einen Seitenscheitel sichtbar machen konnte. Mit Fabeln glänzte Hägi: Ein Dackel markiert an einem Dobbermann – und schon endet diese Geschichte. Glühwürmchen betreiben Voodoo und ein gemobbter Meteorit leidet an Burnout. Hägi erklärte den Leistungslohn seiner Putzfrau und enträtselte einen Kornkreis in der Innerschweiz. Die Lieder von Zeller beinhalteten leisere Lebensweisheiten, inspiriert von Peter Reber, Mani Matter und Reinhard Mey. In den Zwischentönen berührte der Humor. Fussball war «ding dang dong» und als aktuelles Thema zwei Lieder wert.

Hervorragendes Programm

Die Festivalabende waren sehr unterschiedlich und beide hervorragend. Das prächtige Wetter und die fantastischen Sonnenuntergänge über dem See vergönnten zusätzliche Sahnehäubchen. Der Organisator, Kulturgruppe Begägnig am Sey, hatte erneut ein fantastisches Programm geboten. «Wasserflügel» lautet der Titel der nächsten Veranstaltung vom 2. bis 10. Juli in der Seepromenade. Hundert Meter draussen auf dem See wird ein Floss positioniert, darauf werden ein Konzertflügel gestellt, ein Stuhl für den Pianisten Roman Rutishauser und ein weiterer Stuhl für Besucher. Die Bevölkerung ist eingeladen, dem Pianisten mitten auf dem See zu lauschen oder mit ihm zu musizieren.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

07.06.2010

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schwyzkultur.ch/eUGK97