Alia Kirkali: «Mich hat nie etwas anderes interessiert als Tanzen, obwohl meine Mutter es mit vielen anderen Hobbys versucht hat.»  Bild Musikschule Freienbach
Alia Kirkali: «Mich hat nie etwas anderes interessiert als Tanzen, obwohl meine Mutter es mit vielen anderen Hobbys versucht hat.» Bild Musikschule Freienbach

Bühne

«Mein Alltag besteht aus Schule und Ballett»

Portugal, Rumänien, Jersey, London: Die neunjährige Lachnerin Alia Kirkali tanzte trotz ihres zarten Alters bereits auf internationalen Bühnen – mit Erfolg. Die Ballerina träumt denn auch vom grossen Durchbruch.

mit Alia Kirkali sprach Tatjana Kistler

Mit der Musikschule Freienbach bist du schon sehr weit herumgereist. Welches Turnier hast du besonders gut in Erinnerung?

Der erste Dance World Cup (DWC) in Portugal war für mich ganz besonders. Da war ich sieben Jahre alt und durfte mit meinem Solo «Neapolitanischer Tanz» in der Kategorie klassisches Ballett antreten. Unerwartet landete ich auf dem dritten Platz. Bei der Preisverleihung habe ich gar nicht realisiert, was geschieht. Plötzlich haben mich alle nach vorne geschubst,ich bekam eine Medaille umgehängt und eine Schweizer Flagge in die Hände gedrückt.

Ein Erlebnis, das sicher angespornt hat, weiter zu trainieren.

Ja. Von diesem Tag an wurde mein Ehrgeiz noch grösser – und meine Erwartungen wuchsen natürlich auch. Zum Glück durfte ich dann ein Jahr später am DWC in Rumänien auf dem zweiten Platz stehen.

Welches war dein grösster und schönster Ballett-Erfolg?

Ganz klar, der DWC dieses Jahr in Jersey. Ich habe sehr viel trainiert und meine Erwartungen waren hoch. Am Tag des Wettbewerbs war ich nervös und hatte unglaubliche Angst vor einer Enttäuschung. Bei der Preisverleihung wurde zuerst der dritte, dann der zweite Platz aufgerufen. Für mich war es in diesem Moment klar, in diesem Jahr meine Chance auf einen Podestplatz verpasst zu haben. Umso weniger konnte ich es glauben, als ich dann meinen Namen hörte. Dieses Mal habe ich es aber ganz genau verstanden: erster Platz! Unglaublich glücklich nahm ich die Medaille entgegen. Das allerschönste war allerdings, dass sich all meine Freundinnen so sehr mit mir gefreut haben.

Seit wann tanzt du Ballett?

Mein Mami meint, ich habe schon in ihrem Bauch getanzt, sodass sie nächtelang nicht schlafen konnte (lacht). Doch die erste Ballettstunde habe ich mit knapp vier Jahren bei Elena Schnider von der Musikschule Freienbach besucht.

Was gefällt dir an dieser Art des Tanzens?

Mir gefällt es, in verschiedene Rollen schlüpfen zu können. Von der temperamentvollen Spanierin zur romantischen Prinzessin. Das Erlernen verschiedener Charaktere ist sehr spannend und nicht immer leicht, aber es bereitet mir Spass. Am meisten fasziniert mich aber die Entspannung, die der Tanz mit sich bringt. Manchmal komme ich wütend oder traurig in eine Ballettstunde, und nach kurzer Zeit ist alles vergessen. Ballett ist wie eine Sucht – je mehr man tanzt, umso mehr will man.

Ballett erfordert viel Disziplin: Wie prägt dieser Sport deinen Alltag?

Mein Alltag besteht aus Schule und Ballett, für viel mehr bleibt kaum Platz. Das ist aber gut so. Lieber wäre mir nur Ballett ohne Schule … Bin ich einmal krank oder verletzt und darf nicht ins Training, weine ich. Zu viel Training gibt es nicht, nur zu lange Trainingspausen. Darum freue ich mich auch jedes Mal, wenn ich einen Ferienworkshop besuchen darf, wie letzte Woche in London. In all den Jahren, in denen ich den Ballettunterricht besuchte, hat es noch nie einen Tag gegeben, an dem ich keine Lust dazu hatte.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Tatjana Kistler)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

05.08.2016

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schwyzkultur.ch/vDMKYu