«Die grossen Leute sind wirklich sehr sonderbar», erklärte der kleine Prinz (rechts) dem Piloten. Bild Tanja Holzer
«Die grossen Leute sind wirklich sehr sonderbar», erklärte der kleine Prinz (rechts) dem Piloten. Bild Tanja Holzer

Bühne

Mit Herz dem kleinen Prinzen begegnet

Aufgeführt vom Theater für klassische Bühnenkunst Zürich, berührte «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint-Exupéry am Sonntag auf der Bühne Fasson in Lachen.

«Man sieht nur mit dem Herzen gut – das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar…» – Diese Worte reisten um die ganze Welt. Gesprochen wurden sie original mitten in der afrikanischen Wüste, dem Schauplatz von Antoine de Saint-Exupérys «Der kleine Prinz». Am frühen Sonntagabend waren sie auch auf der Bühne Fasson in Lachen zu hören.

Berührende Fassung

Das Theater für klassische Bühnenkunst aus Zürich lud zu diesem Schauspiel und berührte mit viel Ästhetik, Feingefühl und Anmut. Junges Publikum war willkommen, denn «die grossen Leute sind sehr sonderbar», weiss der kleine Prinz. Vertrieben von einer anspruchsvollen Blume, macht sich der Junge mit Weizenhaar auf eine lange Reise. Auf verschiedenen Planeten trifft er auf gar sonderbare, Leute wie den König, Eitlen, Säufer, Geschäftsmann und Laternenanzünder. Auf dem eigenartigen, trockenen, spitzigen und salzigen Planeten Erde begegnet er einem Fuchs. Um einzig für einander zu sein, zähmt der kleine Prinz das Wildtier. «Nichts sagen», rät der Fuchs, «denn die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse.» Die zwei schliessen Freundschaft, doch der kleine Prinz muss weiter. Wie sieht ein Schaf aus? «Bitte, zeichne mir ein Schaf!», waren die Worte des Prinzen an den ersten Menschen, der ihm begegnete. «Wie bitte?», fragte der verdutzte Pilot, der mit seiner kaputten Maschine in der afrikanischen Wüste fest sass. «Zeichne mir ein Schaf», bat der kleine Prinz erneut. Der Pilot malte nach etlichen Versuchen eine Kiste und meinte: «Das Schaf, das du willst, steckt da drin.» Der kleine Prinz strahlte, genau so hatte er sich sein Schaf vorgestellt. Die beiden wurden Freunde und philosophierten über Sinn und Unsinn, die Erde und ferne Welten, bis die Maschine des Piloten repariert war und der kleine Prinz wieder nach Hause zu seiner Blume musste. Lioudmila Meier-Babkina hatte die Regie und Spielfassung dieses Weltbestsellers auf bezaubernde Weise verwirklicht.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

12.01.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/YL2qZU