Schauspieler Erich Furrer und Akkordeonist Goran Kovacevic inszenierten den Roman «Schlafes Bruder» fantastisch sinnlich. (Bild: pd)
Schauspieler Erich Furrer und Akkordeonist Goran Kovacevic inszenierten den Roman «Schlafes Bruder» fantastisch sinnlich. (Bild: pd)

Bühne

Sinnliches Lauscherlebnis mit «Schlafes Bruder»

Erich Furrer und Goran Kovacevic erzählten am Donnerstagabend auf der Bühne Fasson Robert Schneiders Roman «Schlafes Bruder» auf wunderschön sinnliche Weise.

Während des Schlafes ist lieben nicht möglich. So denkt Johannes Elias Alder und beschliesst, nie wieder zu schlafen und bis in alle Ewigkeit zu lieben. Ein todsicherer Entschluss und das Ende einer wundersamen, literarisch intensiv berührenden Geschichte. Das Buch «Schlafes Bruder» des österreichischen Schriftstellers Robert Schneider ist ein internationaler Erfolg und gilt als klassischer Bildungsroman. Der Schauspieler Erich Furrer brachte den komplexen Inhalt als nachvollziehbare Lesung am Donnerstagabend auf die Bühne Fasson. Goran Kovacevic wusste die erstaunliche Geschichte über das Wunder des Hörens fantastisch klanglich zu betonen. Wie ein zweiter, sinnlicher Faden erzählte er rein musikalisch die gleiche Geschichte mit der intensiven Wahrnehmung der hörbaren Welt und der tragischen, tiefen Seelenliebe.

Emotionen spürbar übertragen

Anfang des 19. Jahrhunderts lebte ein Kind mit einer solch musikalischen Qualität, dass es im wahrsten Sinne des Wortes unerhört war. Der Protagonist Johannes Elias Alder hörte als Fünfjähriger das Universum tönen, das Dröhnen der eigenen Gedanken und den Schall des Lichtes. Der Herzschlag eines noch ungeborenen Kindes nahm ihn gefangen, es war der eines vom Universum vorbestimmten Menschen, von Elisabeth. Er schaute ihr beim Wachsen zu und brachte sich während der Wartezeit auf seine hoffentlich Zukünftige das Orgelspiel in der Kirche bei. Peter, Elisabeths Bruder, war sein bester Freund, ebenfalls ein heimlich Liebender und Blasbalgtreter. Musizierte Elias, so tat er es für Elisabeth. Elias Geschichte endet tragisch, wie die der meisten Genies. Die wunderbare Literatur verzauberte die Zuhörer. Die Künstler übertrugen die Emotionen spürbar und die Szenerien bildhaft. Der Abend war ein «unerhört» sinnliches Erlebnis.

Weitere Infos

www.fasson-theater.ch

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

29.11.2010

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schwyzkultur.ch/8wftKX