Helene beschwört die Geister, um Gisela einen Traummann zu schicken. Bild Paul A. Good
Helene beschwört die Geister, um Gisela einen Traummann zu schicken. Bild Paul A. Good

Bühne

Statt des Traummanns eine Leiche auf das Sofa gezaubert

Mit der rabenschwarzen Komödie «Dräck am Stäcke» von Hans Schimmel ist die Marchbühne am Freitag in die neue Theatersaison gestartet.

Im Mittelpunkt des Stücks steht die skurrile Familie Bieri. Fritz (gespielt von Christoph Waldmeier) ist das weisse Schaf, der endlich seine Traumfrau Doris (Ramona Barmettler) gefunden hat. Diese steht aber vor einer harten Prüfung, sie muss noch die ganz und gar ungewöhnliche Familie von Fritz kennenlernen, seine Geschwister stehen für Chaos pur. Da ist einmal sein Bruder Willi (Marcel Bruhin), der als begnadeter Computerhacker ständig mit einem Bein im Gefängnis steckt. Seine illegale Tätigkeit richtet sich vor allem gegen die Computer von Regierungen. Bruder Hugo (Fredi Kessler) ist ein erfolgloser Erfinder, der sich mit seinem Stottern noch zusätzliche Probleme schafft. Helene, die Schwester (gespielt von Brigitte Barmettler) ist die schillerndste Figur der Familie. Seit einem Indienurlaub wäscht sie weder sich noch ihre Kleider, das könnte ihre Aura zerstören. Dadurch stinkt sie so gewaltig,dass die übrigen Familienmitglieder nur noch mit Wäscheklammern auf der Nase herumlaufen und die Hausbesitzerin Gertrud Wüthrich (Dominique Strehler) wiederholt zu Reklamationen veranlasst.

In Liebesrausch verfallen

Inspiriert von ihrem indischen Guru, versucht sie im Rahmen einer Séance einen geeigneten Mann für ihre Freundin Gisela (Trix Ziltener) zu finden.Das geht aber gründlich daneben, die beschwörten Geister zaubern statt dem Traummann eine Leiche (gespielt von Fabian Ruoss) auf das Sofa. Natürlich steckt Bruder Willi dahinter, der einen Job als Leichenwagenfahrer angenommen hat und infolge einer Panne des Wagens den «Inhalt» nicht abliefern kann. Er gibt die Leiche als seinen schlafenden Kumpel Albert aus und beschliesst kurzerhand eine Zwischenlagerung in der Wohnung,was in der Folge das schon herrschende Chaos noch vergrössert. Für Abwechslung sorgt Marianne (Sarah Schnellmann), die nach dem Genuss von Alkohol in einen Liebesrausch verfällt und sich den Polizeiermittler Kurt (Kari Schuler) «greift», was diesem aber sichtlich Spass zu bereiten scheint.

Doch noch unter die Dusche

Schlussendlich löst sich das Chaos auf, die angebliche Leiche entpuppt sich als Spion, der sich mittels Leichenwagen ins Ausland absetzen wollte. Alles endet in Minne: Fritz bekommt seine Doris,Gisela mit Hugo ihren Traummann und Helene stellt sich endlich unter die Dusche. Zum Schluss bedankte sich Regisseur Reto Schmid bei seinen Protagonisten und das Publikum würdigte mit grossem Applaus die reife schauspielerische Leistung. Fazit: eine gelungene Premiere, die die Lachmuskeln ganz gewaltig strapazierte.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Paul A. Good)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

31.10.2016

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schwyzkultur.ch/5q6BY8