Vereinsmitglieder und Göttis in den Räumen der künftigen Mediothek Lachen: (v. l.) Franz-Xaver Risi, Patricia Stutzmann Meier, Pit Marty, Gemeindepräsident, und Guido Schmucki, Säckelmeister. Bild Johanna Mächler
Vereinsmitglieder und Göttis in den Räumen der künftigen Mediothek Lachen: (v. l.) Franz-Xaver Risi, Patricia Stutzmann Meier, Pit Marty, Gemeindepräsident, und Guido Schmucki, Säckelmeister. Bild Johanna Mächler

Dies & Das

Eine Drehscheibe für Kultur

Die Mediothek Lachen zeigt sich als durchdachtes Konzept. «Eigentlich könnten wir morgen loslegen», sagt Präsident Franz-Xaver Risi. Es ist keine Luxuslösung – gerade deshalb dürfte das Projekt an der Urne gute Chancen haben.

Während zwei Jahren hat der Verein Mediothek Lachen am Konzept für eine Mediothek gearbeitet. Es liegt nun vor und besticht in drei Punkten: Projekt, Trägerschaft und Finanzierung. Was wohl zu wünschen übrig lässt, ist der Standort: das alte Hunzikerhaus. Doch Präsident Franz-Xaver Risi gibt sich überzeugt: «Das Hunzikerhaus ist leicht und behindertengerecht zugänglich, es liegt verkehrstechnisch sehr gut. Die notwendigen baulichen Anpassungen für die 170 Quadratmeter kosten rund 60 000 Franken, was in einem sehr vernünftigen Rahmen liegt.»

Ergänzung, nicht Konkurrenz

Die Mediothek soll – auf vielfachen Wunsch aus der Bevölkerung – eine Ergänzung zu den bestehenden Bibliotheken in der Region und im Dorf werden. Mit 7500 ausleihbaren Medien wird sie etwas umfangreicher als jene in Siebnen sein. Die Öffnungszeiten sollen von anfänglich zwölf Stunden pro Woche den Bedürfnissen von Besucherinnen und Besuchern entsprechend flexibel erweitert werden. Die Leitung wird einer Bibliothekarin/Bibliothekar in Teilzeit übertragen. Das Angebot soll umfassend alte und neue Medien zur Ausleihe enthalten. Zudem dürfen in diesen Räumen Lesungen und Diskussionsrunden erwartet werden.

Trägerschaft ist der Verein

Die Vereinsleitung und die Projektverantwortung liegt beim siebenköpfigen Vorstand: Franz-Xaver Risi, Patricia Stutzmann Meier (Vizepräsidentin), Elvira Jäger, Elisabeth Kuster, Lilian Reichmuth, André Steiger und Peter Schuler. Dem Verein Mediothek ist es vor einiger Zeit gelungen, die Gemeinde Lachen als Interessenvertreterin einzubinden. Sie stellt den Jugendraum des Hunzikerhauses kostenlos zur Verfügung und wird der Non-Profit-Organisation finanziell unter die Arme greifen. 200 000 Fr. bringt der Verein Die Gemeinde Lachen bestreitet 150 000 Fr. an den Gesamtinvestitionen. Diese belaufen sich auf rund 350 000 Franken. Für 200 000 Fr. muss der junge Verein selber aufkommen, eingerechnet darin ist die Renovation des heutigen Jugendraumes (siehe Box). Zudem stellt die Gemeinde jährlich fix 45 000 Fr. an die Betriebskosten in Aussicht und spricht eine Defizitgarantie über 25 000 Fr. aus. Lachen ist in der glücklichen Lage, die nötigen Beträge vollumfänglich der Spezialfinanzierung für Soziales, Sport, Kultur und Standortförderung zu entnehmen (Rossier-Fonds).

Keine Steuergelder

Weil keine Steuergelder verwendet werden, wäre eine Urnenabstimmung nicht zwingend, wie Säckelmeister Guido Schmucki gestern am Medienanlass sagte. Das Traktandum «Beschlussfassung über einen Investitionsbeitrag, einen jährlichen Kostenbeitrag und eine Defizitgarantie an den Verein Mediothek Lachen» soll an der Gemeindeversammlung am 23. April aber an die Urne überwiesen werden. Die Urnenabstimmung ist am 13. Juni.

Einst ein Jugendraum

Die geplante Mediothek Lachen soll im erdgeschossigen Jugendraum des Hunzikerhauses eingerichtet werden. Auf 170 Quadratmetern steht zurzeit eine ältere Einrichtung mit Bar, Tischen und Stühlen sowie Tanzfläche. Doch laut Säckelmeister Guido Schmucki werde der Raum höchstens zwei- bis dreimal im Jahr genutzt, was angesichts der dringlichen Forderungen nach Raum für Junge nicht ganz verständlich ist. Der Verein Mediothek beabsichtigt nun, mit hellen Farben und einfacher, aber zweckmässiger Einrichtung eine kulturelle Drehscheibe für alle – und somit auch für junge Leute zu schaffen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

18.03.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/6Lw76B