Kulturschaffende und Veranstalter analysierten am Dienstag am «Echo Abend» den Bestand und das Bedürfnis an Kulturräumen in der March. (Bild Tanja Holzer)
Kulturschaffende und Veranstalter analysierten am Dienstag am «Echo Abend» den Bestand und das Bedürfnis an Kulturräumen in der March. (Bild Tanja Holzer)

Dies & Das

Kulturräume: Kulturgesetz gefordert

Am Dienstagabend diskutierten ein Dutzend Kulturschaffende und -interessierte im Fasson Theater Lachen über den Kulturraum in der March. Die Bestandesaufnahme an der Quelle soll dem Kanton als weitere Entscheidungsgrundlage dienen.

In Schlafstädten wollen die wenigsten Menschen wohnen. «Da, wo gelebt wird, sollte Kultur stattfinden», ist Regula Koch von «SchnittstelleKultur» überzeugt. «Wir müssen begreifen, dass Kultur ein Standortfaktor ist», betonte sie. Im Auftrag des Kantons erarbeitet Koch einen Kulturraum- Bericht und veranstaltet dafür in den Bezirken «Echo Abende». Am Dienstagabend diskutierten auf Kochs Einladung ein Dutzend Kulturschaffende und -interessierte auf der Bühne Fasson in Lachen über den Kulturraum der March. Was gibt es, und wie wird Bestehendes genutzt? Was fehlt in der Region an Kulturraum? Was wäre für eine spannende Märchler Kulturlandschaft sinnvoll?

Kulturförderungsgesetz gefordert

Im Juni 2005 ist das Kulturförderungsgesetz sehr knapp abgelehnt worden, und während des Abends wurde der Ruf nach einem solchen Artikel wieder lauter. «Wir müssen ein Verständnis schaffen, dass Kultur nicht Dekoration im Leben ist – sondern etwas Wichtiges», klang es aus dem Diskussionskreis. Die Analyse, wohin sich die Anwesenden in ihrer Freizeit und im Arbeitsalltag bewegen, zeigte die tiefe Verankerung im Bezirk, obwohl das Kulturraumangebot in March und Höfe eher rückläufig zu sein scheint. Hauptanziehungspunkte in der Freizeit sind ausserdem Kulturräume in Zürich sowie Rapperswil-Jona und nur vereinzelt jene in Einsiedeln und Innerschwyz. Die Bestandesaufnahme der Kulturräume offenbarte deutlich, dass die March über keine Galerie oder sonstige Ausstellungsmöglichkeit verfügt. Zahlbare Ateliers sind kaum zu finden. Die Bewertung des Kulturraumbestandes zeigte: Das Angebot an multifunktionalen Räumen ist gross, hingegen jenes für spezifische Veranstaltungsund Produktionsräume mit entsprechender Infrastruktur ist nach Bedürfnis derAnwesenden deutlich zu klein.

Alte Turnhalle als Kulturraum?

Die Diskussionsgruppe setzte aus Sicht des Kulturraumes March Schwerpunkte für die Zukunft. Lokalitäten müssten vor allem zentral gelegen sein, die alte Turnhalle in Lachen wäre beispielsweise umzurüsten für eine intensivere Nutzung mit Innen wie Aussenveranstaltungen. Ein Kunsthaus fehle gänzlich im Kanton. Atelierund Produktionsräume für sämtliche Kultursparten seien ein echtes Bedürfnis. Die Kulturvermittlung im Kindesund Jugendalter müsste intensiviert werden sowie die weitgreifende Kooperation der Schaffenden und Veranstalter sei notwendig. Und über allen Zukunftsplänen schwebte die Basisarbeit: die Sensibilisierung der Bevölkerung für kulturelle Anliegen. Der Bericht wird im November der Kulturkommission vorgelegt, und die Ergebnisse werden voraussichtlich im Rahmen einer grösseren Veranstaltung kommuniziert. Sie sollen als Entscheidungsgrundlage dem zukünftigen Kulturraum Schwyz dienen.

Kulturplattform zur Vernetzung

Die Homepage www.schwyzkultur.ch ist ein Beispiel einer zentralen Kulturplattform, welche die Kooperation im Kanton stärkt.



March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

18.09.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/2dJf6Q