Feinfühlig und fantasievoll: Christina Oberlin betrachtet ihr Bild «Die Wohnung von Dornrösli». Bild Josef Blattmann.
Feinfühlig und fantasievoll: Christina Oberlin betrachtet ihr Bild «Die Wohnung von Dornrösli». Bild Josef Blattmann.
Carlo Stuppia beeindruckt die Besucher mit seiner Lesung aus seinem Romanprojekt «Chiaroscuro». Bilder Josef Blattmann
Carlo Stuppia beeindruckt die Besucher mit seiner Lesung aus seinem Romanprojekt «Chiaroscuro». Bilder Josef Blattmann

Kunst & Design

Bereichernde Begegnung auf Augenhöhe

Mit einer Vernissage wurde am Freitagabend eine besondere Ausstellung im ehemaligen EW-Gebäude in Lachen eröffnet.

Die Rede ist vom Kunstprojekt «Begegnungen auf Augenhöhe» der BSZ Stiftung. 16 Künstler – darunter neun Künstler mit einer Beeinträchtigung – stellen im alten Gebäude des EW Lachen bis am kommenden Sonntag ihre Werke aus. Entstanden ist eine vielseitige Ausstellung mit Skulpturen, Holzfiguren, Bildern oder lustigen und filigranen Plastiken. Von Christina Oberlin aus Siebnen ist unter anderem das Bild «Die Wohnung von Dornrösli» zu sehen. Die Besucher werden beim Betrachten der Werke gefordert. Etwa damit, etwas aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten oder auch mit kritischen Inputs und viel Fantasie. Diese «Begegnung auf Augenhöhe» ist gelungen und wird für den Besucher zu einer Begegnung, die bereichert.

Idee vor längerem entstanden

Im September 2012 sei bei ihr die Idee zu diesem Projekt entstanden, schilderte die künstlerische Co-Leiterin Franziska Amstad aus Brunnen die Entstehungsgeschichte. Dafür begeistern liessen sich auch die Kunstvermittlerin Carole Bühlmann vom Verein Augenhöhe sowie Helen Winkler, Leiterin Dienstmarketing und Kommunikation bei der BSZ Stiftung. Im Herbst letzten Jahres hiess es für neun Klientinnen und Klienten der BSZ Seewen,an einem Tag pro Woche während vier Monaten nach Schwyz in ein temporäres Atelier zu fahren, um sich dort kreativ zu betätigen. Sieben weitere Künstler beteiligten sich am Projekt, indem sie abwechslungsweise einen Nachmittag im Atelier verbrachten, Anstösse gaben und den Zugang zur Kunst mit den neun Künstlern der BSZ Stiftung teilten.

Ein gelungenes Miteinander

Sie hätten Stärken gefördert, Talente gesucht und seien dabei manchmal auch an Grenzen gestossen, erklärte Daniel Schenk, stellvertretender Geschäftsführer der BSZ Seewen.Es habe sich gezeigt, dass mit genügender Unterstützung einiges entstehen könne. Die Künstler und auch sie selber freuten sich, dass nach der erfolgreichen Ausstellung in der Galerie Leerwasser in Brunnen die Werke nun auch in Ausserschwyz gezeigt werden können. Er dankte dabei Institutionen und Personen, welche die Ausstellung möglich machen. Ansprechend gestaltet wurde die Ausstellung von Mirjam Ziegler.

Verbindendes wichtiger

Grussworte überbrachte Regierungsrat Michael Stähli aus Lachen in seiner Funktion als Präsident der Kulturkommission des Kanton Schwyz sowie auch seitens der Gemeinde Lachen. Stähli betonte, dass dieses Projekt die Augen öffnet und bewusst macht, dass das Verbindende wichtiger ist als das Abgrenzende, und diese Ausstellung den Fokus nicht nur auf den Künstler legt, sondern auch den Blick auf die Menschen mit einer Beeinträchtigung fördert. Wortgewaltig, facettenreich, anspruchsvoll und beeindruckend war die Lesung von Carlo Stuppia, der als Fotograf, Journalist und Autor wirkt. Stuppia las aus seinem mit dem Zentralschweizerischen Kulturpreis 2016 bedachten Romanprojekt «Chiaroscuro » vor.

Die Ausstellung im alten EW-Gebäude am Winkelweg in Lachen ist noch am kommenden Freitag von 17 bis 22.30 Uhr, am Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Verena Blattmann)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

17.10.2016

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schwyzkultur.ch/2qfY5G