Erika Eugster vor ihrem Bild «Terra» in warmen, erdigen Farben.
Erika Eugster vor ihrem Bild «Terra» in warmen, erdigen Farben.
Annette Swerissen zwischen ihren intensiven Blumen-Bildern «Bouquet» links und «Mohnwelt». Bilder Lilo Etter
Annette Swerissen zwischen ihren intensiven Blumen-Bildern «Bouquet» links und «Mohnwelt». Bilder Lilo Etter

Kunst & Design

Bilder mit satten Farben, Tiefe und Gefühl

Am Karfreitag-Abend luden Annette Swerissen und Erika Eugster im Restaurant «Santé» im Spital Lachen zur Vernissage ein

Beide Malerinnen wohnen in Galgenen und beide experimentieren gerne. Ihre Bilder hängen in den Gängen im Erdgeschoss des Spitals Lachen einander gegenüber, was einen interessanten Vergleich der Ausdrucksformen von Erika Eugster und der aus Holland stammenden Annette Swerissen ergibt. Beim Betrachten ihrer Werke fallen einige ähnliche Elemente auf wie die satten, Lebenskraft verströmenden Farben, das Gefühl für Tiefe und Ausgewogenheit, die Freude am Abstrahieren und die unterschiedlichen Stimmungen, die aus den einzelnen Bildern sprechen.

Verschiedene Materialien

Erika Eugster malt in Acryl und verwendet dazu weitere Materialien, etwa, wenn sie ein Gemüsenetzchen in das Bild «Strandgut» einarbeitet und im türkisblauen Wasser das gelbe Strandgut mit Strukturpaste augenfällig hervorhebt. Sacht und hell abstrahiert sie Blumen oder sie symbolisiert den Frühling in den kräftigen Farben Grün, Gelb und Orange mit geometrisch nach oben strebenden Formen. Ihre Inspiration findet sie auch in Fotos, deren Stimmungen sie in ihren Bildern mit intensiven Farben und Kontrasten verstärkt oder mit genauem Blick das Wesentliche betont. Sogar ein Foto, das sie im «March-Anzeiger» gesehen habe, habe sie zur Darstellung eines friedlichen Sonnenuntergangs am See in Lachen angeregt, erklärte sie.

Spürbare Melancholie

Annette Swerissen malt mit Öl, Acryl und Spachtelmasse. Ihre Vorliebe gilt dem Abstrakten. Doch im Frühling habe sie Lust auf Blumen, sagte sie. Ausgestellt sind deshalb «Bouquet» und «Mohnwelt» mit leuchtend roten Blüten. Sie denke viel über das Leben und dessen tieferen Sinn nach und stelle viel infrage. Daher sei in ihrem Werk oft Melancholie zu spüren. Sie male aus der Fantasie, lasse ein Bild aus ersten Strichen wachsen, manchmal ohne bewusste Absicht. Eine Ausnahme habe sie nur für ihre drei Kinder gemacht, als sie ein türkisfarbenes Oldtimerauto aus Kuba malte. Es ist ein Blickfang in der Ausstellung. Mit Titeln wie «Sturmfront» malte sie das Meer mit eindringlichem Blau und einer ins Unendliche weisenden Weite, der lebhafte Wellengang ist fast schon zu hören. Wie «Eiswand» in intensivem Blau frostige Kälte verbreitet erhellen in «Sommerzeit» fröhliche Farben das Gemüt.



Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Lilo Etter)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

07.04.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/93Wnmp