Franz-Xaver Risi, Matthias Ulrich und Ueli Eberhart setzten sich erfolgreich für den Zugang der Öffentlichkeit zur Schwyzer Kunst ein; im Hintergrund das Werk «Dämon 464», Öl auf Leinwand von Anton Bruhin. Bild Janine Jakob
Franz-Xaver Risi, Matthias Ulrich und Ueli Eberhart setzten sich erfolgreich für den Zugang der Öffentlichkeit zur Schwyzer Kunst ein; im Hintergrund das Werk «Dämon 464», Öl auf Leinwand von Anton Bruhin. Bild Janine Jakob
Das Werk «Dämon 464», Öl auf Leinwand von Anton Bruhin.  Bild zvg
Das Werk «Dämon 464», Öl auf Leinwand von Anton Bruhin. Bild zvg

Kunst & Design

Neue Kunst des Kantons Schwyz überzeugt mit Vielseitigkeit

Die Kulturkommission und das Kunstankaufsgremium vom Amt für Kultur des Kanton Schwyz zeigt in Lachen die im Jahr 2017 gekauften Kunstwerke – darunter Dämonen von Anton Bruhin – und sorgt für Begeisterung.

 Die Kulturkommission und das Kunstankaufsgremium vom Amt für Kultur des Kanton Schwyz haben am Donnerstag die Sonderausstellung «Kunstkäufe 2017» in der Galleria il Tesoro in Lachen eröffnet. Die Ausstellung findet das dritte Jahr in Folge statt und ermöglicht der Bevölkerung, die im vergangenen Jahr neu erworbene Kunst des Kantons zu begutachten. Franz-Xaver Risi erläuterte, wie wichtig es ist, dass die neuen Kunstwerke der Schwyzer Künstler jeweils sowohl in Inner- als auch Ausserschwyz gezeigt werden können. Dies ist Dank der Unterstützung durch Ueli Eberhart möglich, welcher die nötige Ausstellungsfläche in der Galleria il Tesoro auf zwei Etagen erneut unentgeltlich zur Verfügung stellt.


Zugang zu zeitgenössischem Kunstschaffen


Die Ausstellung ist bis Ende nächster Woche geöffnet und wandert dann traditionsgemäss weiter nach Schwyz, wo sie im Bundesbriefmuseum Ende März eröffnet wird. Doch wie entsteht die Ausstellung und was bezweckt sie? Das Ankaufsgremium erhält vom Schweizer Lotteriefonds jährlich ein Budget von siebzig Tausend Franken, um Kunst anzukaufen. Der Kanton Schwyz verfolgt mit der Investition zwei Ziele: Das zeitgenössische künstlerische Schaffen im Kanton in seiner Vielfalt zu dokumentieren und durch den Ankauf von Werken aktive Kulturförderung zu betreiben. Die Sammlung zählt heute rund 800 Werke und beinhaltet Malereien, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Grafik. Ein Teil der Sammlung hängt in Gebäuden der kantonalen Verwaltung, ein Teil wird im Kulturdepot in Schwyz aufbewahrt. Im Gegensatz zu heute, wurden anfänglich in Anlehnung an einen Regierungsratsbeschluss von 1941 sporadische, spontane Ankäufe von Kunstwerken getätigt. 1991 wählte die Kulturkommission erstmals ein fünfköpfiges Gremium für Werkankäufe, bestehend aus Mitgliedern der Kulturkommission und erfahrenen Kunstschaffenden. 1994 schuf das Gremium ein Leitbild, nach dem seit 2004 das Ankaufsgremium im Rahmen der finanziellen Kompetenzen der Kulturkommission über Ankäufe definitiv entscheiden kann. Zuvor hatte jeweils die Kulturkommission auf Vorschlag des Ankaufgremiums die Ankäufe getätigt.


Künstlerische Entwicklung aufzeigen


«Während des Jahres besuchen wir Galerien, Ausstellungen und Künstler in ihren Ateliers. Wir pflegen den Kontakt mit den Künstlern», so Matthias Ulrich, Präsident des Ankaufsgremiums. Gewählt werden die Werke aufgrund ihrer hohen Qualität. «Zudem werden Arbeiten von Künstlern verschiedener Epochen erworben, mit dem Ziel, die künstlerische Entwicklung zu dokumentieren.» Aktuell sind Werke von sechs Kunstschaffenden ausgestellt: Von Anton Bruhin, bekannt für seine Landschaftsbilder, werden zwei «Dämonen» aus einer Serie von rund 400 Werken gezeigt. Das Wesen besteht aus einfachen graphischen Elementen, wobei Kreise auf der Fläche angeordnet werden und einen ambivalenten Gesichtsausdruck schaffen. Im Kontrast dazu steht das mehrteilige, auf den Betrachter ruhig wirkende Werk von Verena Menti aus gewobenen Leinen. Die bearbeitete Postkarten-Serie von Al Meier haben «oft den Schalk im Nacken», erklärt Matthias Ulrich während der Führung durch die Ausstellung. Aus der Serie «Beyond the Centuries-Übermalung», bei der er mit Acryl Sujets auf Postkarten übermalt, sind beispielsweise einzig die Hände von Rembrandt sichtbar oder aus einer Naturszene laufende Küche. Seine Lichtkasten unterscheiden sich gänzlich von diesen Werken. Die Serien «Streiflichter» und «Lichtträume» sind aus Mischtechnik auf Holz. Sie bieten eine Tiefenwirkung basierend auf einer reinen Farbillusion. Wiederum ganz etwas anderes stellt das Werk «Liane» von Rene Odermatt dar, welcher den Betrachter zu täuschen vermag. Man glaubt, eine Liane schlinge sich separat um einen Ast – in Wahrheit hat der Künstler das Objekt aus einem Stück Birnbaum geschnitzt. Die dreidimensionalen, bunten Konstruktionen aus Abfallmaterialien mit ihrer eigentümlichen Räumlichkeit zeigen die Freude des Künstlers am Spielen: Ob rund oder eckig, mit Holz oder Draht – die Werke aus Mischtechnik wie auch die Serie seiner Collagen auf Papier bringen zum Erstaunen. Schliesslich macht der Künstler Dijan Kahrimanovic mit seinem Werk, bestehend aus einem veränderten Bosnischen Pass, auf die Themen Grenzen überschreiten und Migration aufmerksam. Die vielseitige Ausstellung sorgte für angeregte Diskussionen und ein positives Echo unter den Besuchern, wobei erkennbar wurde: Wünschenswert sind feste Räumlichkeiten, welche es ermöglichen fortlaufend in Ausstellungen Werke aus der kostbaren Sammlung der Bevölkerung zugänglich zu machen.


Ausstellung anschliessend in Schwyz


Die Ausstellung in Lachen ist diesen Samstag und nächste Woche Dienstag bis Donnerstag und Samstag jeweils von 13.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. In Schwyz läuft die Ausstellung vom 28. März bis 22. April.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Janine Jakob

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

05.03.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/9DmSdy