Auf der Suche nach Neuem und Vertrautem: Heiner Wehrli pflegt seine eigene Art, Kunst im Alltag zu schaffen. Bild Johanna Mächler
Auf der Suche nach Neuem und Vertrautem: Heiner Wehrli pflegt seine eigene Art, Kunst im Alltag zu schaffen. Bild Johanna Mächler

Kunst & Design

Spannung entsteht durch Gegensätze

Heiner Wehrli stellt ab dem 14. November im alten Lachner EW aus. Unter dem Thema «Kunst und Poesie» zeigt er eigene Pop-Art-Bilder und Gedichte von Marzell Stählin, Alice Benz und Sultan Bin Ali Al Owais.

Es sieht nach einem wilden Mix aus, was der Künstler, Musiker und Dekorateur Heiner Wehrli diesmal zeigen will. Poesie von einem arabischen Sultan, die Gedichte der Aargauerin Alice Benz und jene des Lachner Dorfpoeten Marzell Stählin. Dazu wird er seine eigenen, in Siebdruck hergestellten Pop-Art-Bilder ausstellen.

Wie schon in früheren Ausstellungen, etwa seine Kuba-Ausstellung 2007 im Lachner «Bären», geht es Wehrli auch diesmal wieder darum, eine «Verbindung zwischen den Kulturen zu schaffen. Durch die Gegensätze entsteht eine Spannung. Das gefällt mir und inspiriert mich», sagt er.

Heiner Wehrli lernte auf einer Reise durch die Vereinigten Arabischen Emirate den Neffen des mehrfach ausgezeichneten Poeten Sultan Bin Ali Al Owais kennen. «Dieser Sultan geniesst als Poet über seinen Tod hinaus ein hohes Ansehen», schildert er. «Mit dessen Neffen Ali Salim Al Owais entstand eine Freundschaft, und ich lernte die arabische Poesie seines Onkels schätzen. » Es kam, dass Heiner Wehrli einige Gedichte des Sultans für seine Ausstellung übersetzen durfte. Hilfe fand er bei seinem Nachbarn in Lachen: Der aus Kuwait stammende Hamad Hamood versteht Hocharabisch, was für die Übersetzung unabdingbar war. Alice Benz lernte er vor Jahren über berufliche Kontakte kennen. «Sie ist eine Frau, die nicht viel Aufhebens um ihre Gedichte macht. Doch als ich diese las, war ich begeistert vom starken Ausdruck», sagt der Poesieliebhaber.

Marzell Stählin, den knorrigen Lachner Dorfpoeten, muss man kaum mehr vorstellen. Über ihn wurde jüngst geschrieben, und er wurde an der 1.-August-Feier im Dorf am Sey vorgestellt. Heiner Wehrli hat dessen Texte schon vor Jahren vertont und auf der CD «Dur March und Bei» veröffentlicht. «Alles, was ich aufzeigen will oder was mir wichtig ist, hat mit persönlichen Begegnungen und Beziehungen zu tun», sagt Wehrli.

Bilder ja – aber nicht zu Hause

Sein direkter Umgang mit Menschen und Kulturen kommt darum auch in seinen neckischen Pop-Art Bildern zum Ausdruck. Sie zeigen Szenen aus dem Alltag, wie sie jeder erlebt oder sieht, mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken. Er stellt sie im aufwendigen Siebdruck-Verfahren her, was die Farben leuchten lässt. So sehr sie ihm selber gefallen: «Daheim gibt es gar keine Bilder an den Wänden.Das finde ich befreiend», so Wehrli.

«Kunst und Poesie»: Heiner Wehrli, Vernissage, Samstag, 14. November, 16 Uhr, altes EW Lachen, geöffnet jeweils samstags und sonntags von 14 bis 20 Uhr, bis 12. Dezember.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Johanna Mächler)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

06.11.2015

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schwyzkultur.ch/rXnXBP