Martina Hirzel und Roger Perret trugen Textpassagen aus Annemarie Schwarzenbachs Werken vor. Bild pi
Martina Hirzel und Roger Perret trugen Textpassagen aus Annemarie Schwarzenbachs Werken vor. Bild pi

Literatur

Kritische Analysen politischer Katastrophen

Fast in Vergessenheit geraten und glücklicherweise wiederentdeckt wurden die Werke der Schweizer Schriftstellerin/Journalistin Annemarie Schwarzenbach (1901-1942). Ein paar ausgewählte Passagen ihrer Texte wurden in der Mediothek Lachen vorgetragen.

Roger Perret ist Projektleiter des Migros-Genossenschafts-Bundes und hat unter anderem die Werke von Annemarie Schwarzenbach ausgegraben und wieder zum Leben erweckt. Perret führte die Zuhörer in die Textpassagen ein, welche anschliessend von der Schauspielerin Martina Hirzel gelesen wurden.Schwarzenbachs schillernde Facetten wurden dem Publikum mit ihren diversen Reisereportagen näher gebracht. Es wäre fast einfacher zu sagen, wo in der Welt die Journalistin nicht war. Denn sie bereiste viele Länder und tauchte ein in deren Kulturen. So wurden die Zuhörer Mitreisende zu Schauplätzen in der Türkei, Syrien, Iran, Afghanistan, Marokko und einigen Städten in Amerika. Mit ihren sogenannten «Orient-Berichten» für Schweizer Zeitungen machte sich die Journalistin und Fotoreporterin einen Namen. Besonders die Armut der Baumwollpflücker lag Schwarzenbach auf dem Herzen. Vielen Amerikanern war die schlechte Verfassung dieser Menschen gar nicht bewusst, oder sie wollten es nicht wahrhaben. Es war eine Reportage zur Zeit der grossenDepression in Amerika. Auch die ständig vermummten Frauen in Afghanistan – was sich bis heute nicht geändert hat – regten Schwarzenbach zum Nachdenken an, währenddessen der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs anstand. Obwohl die Texte im letzten Jahrhundert verfasst wurden, scheinen sie auch in der heutigen Zeit sehr treffend und aktuell zu sein.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Maria Pierson 

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

22.02.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/qPnvbd