Paul Jud las im Spiel- und Läselade, passend inmitten vieler Bücher. Bild Kurt Kassel
Paul Jud las im Spiel- und Läselade, passend inmitten vieler Bücher. Bild Kurt Kassel

Literatur

Mit Herz und Hand gemacht

Im Spiel- und Läselade in Lachen war Paul Jud aus Einsiedeln zu Gast. Was er zu erzählen hatte, betraf nicht nur den Inhalt seiner Bücher, sondern auch die Produktion, die kunsthandwerklich wie vor 100 Jahren erfolgte.

Mit den beiden Büchern «Gedankenplunder» und «Noch mehr Gedankenplunder» lüftete Jud das Geheimnis, wie er die Kurzgeschichten, die alle eine persönliche Beziehung haben, auf ihre Kernaussage reduzierte und wie daraus Aphorismen entstanden. Es sind geistreiche, knapp formulierte Lebensweisheiten, manchmal nur aus wenigen Zeilen bestehend, aber immer ins Schwarze treffend und zum Nachdenken anregend (siehe Box). Die erste Ausgabe «Gedankenplunder » ist bereits vergriffen. Die zweite Ausgabe «Noch mehr Gedankenplunder » ist nun im Verkauf. Beide Ausgaben wurden, wie Paul Jud erzählte, im Bleisatz, Einzelbuchstabenweise eigenhändig vom Autor, der den Beruf des Schriftsetzers gelernt hatte, gesetzt.

Handwerk aufleben lassen

Bogen für Bogen wurde von Hand eingelegt und im Buchdruck gedruckt. Produziert wurden die beiden Bücher in der SchwarzKunstWerkstatt des Klosters Einsiedeln, in der noch über 100-jährige Druckmaschinen stehen. Die Illustrationen, schlicht einfarbig gehalten, stammen von Toni Ochsner. Jedes der beiden «Gedankenplunder»-Bücher ist auch ein Teil Buchdruckergeschichte.

Weiteres Gebiet entdeckt

Die beiden Einsiedler haben letztes Jahr noch ein weiteres literarisches Gebiet entdeckt. Bereits sind zwei Kinderbücher einer angehenden Serie mit Meiri, einem aufgeweckten Jungen, erschienen. «Meiri und der Mond» ist eine Kindergeschichte, die Paul Jud einmal seinen kleinen Kindern erzählte. Und vor Weihnachten erschien «Meiri und der Weihnachtsstern». Beide Bücher ebenfalls mit Illustrationen von Toni Ochsner. «Es soll eine ganze Reihe ‹Meiri-Bücher› geben. Das nächste ist bereits in Bearbeitung », sagt dazu der Autor.

Dankbarkeit

Eine der kostbarsten Gaben des Menschen ist das Offenbaren ehrlicher Dankbarkeit.
Unser zunehmender Egoismus verhindert diese tiefste Regung der Seele.
Materieller Gewinn vergisst Dankbarkeit.
Menschlichkeit bleibt auf der Strecke.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

27.01.2012

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schwyzkultur.ch/EZ3Zm3