Karin Schwiter präsentierte die Thesen ihrer Doktorarbeit aus dem Bereich Soziologie. (Bild: Jasmin Helbling)
Karin Schwiter präsentierte die Thesen ihrer Doktorarbeit aus dem Bereich Soziologie. (Bild: Jasmin Helbling)

Literatur

Momentaufnahme einer jungen Generation

Am Montagabend präsentierte die Lachnerin Karin Schwiter die Hauptthesen ihres Buches «Lebensentwürfe» im Spielund Läselade in Lachen und stand in der Gesprächsrunde Rede und Antwort.

Welche Erwartungen haben junge Erwachsene an ihre Zukunft? Wie wollen sie ihr Leben gestalten? Mit diesen Forschungsfragen beschäftigte sich Karin Schwiter in ihrem Buch «Lebensentwürfe – Junge Erwachsene im Spannungsfeld zwischen Individualität und Geschlechternormen». Dafür hatte sie Menschen im Alter zwischen 24 und 26 Jahren zu ihren Zukunftsvorstellungen im Bereich Familie und Arbeit befragt. Das Buch ist das Resultat ihrer Doktorarbeit am Zentrum Gender Studies der Universität Basel und repräsentiert laut der Autorin eine Momentaufnahme der gegenwärtigen jungen Generation. Schwiters Ergebnisse, mit einer Diskursanalyse erarbeitet, widerspiegeln das momentane Gesellschaftsbild. «Zu beobachten ist an erster Stelle eine grosse Individualisierung – jeder ist der Manager seiner eigenen Biografie», so Schwiter. Die Folgen seien grössere Freiheiten, ein ständiger Aus- und Weiterbildungsdrang als auch eine Tendenz hin zur Auflösung der Geschlechterbilder. Dass die junge Gesellschaft nun für vieles selbst verantwortlich ist, vermindert ihre Protestbereitschaft gegen aussen und deutet auf grössere Zufriedenheit mit gesellschaftlichen Strukturen hin. Ebenfalls beobachtet hat Schwiter eine steigende Toleranz gegenüber anderen Lebenswegen, was leider aber keine grössere Solidarität zur Folge hat. Nach der Buchpräsentation begegneten sich verschiedenste Meinungen aus dem Publikum und führten zu einer angeregten Diskussion, die bis in den Apéro hinein dauerte.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

12.10.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/JnYtEv